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Schenkenfelden, 22.10.2014

Seit genau einer Woche bin ich nun wieder in good old Austria und denke angesichts des nasskalten Wetters etwas wehmütig zurück an die vielen sonnigen und warmen Tage in Zentralasien. In Peking hatten wir die letzten beiden Tage erstaunlicherweise echt schönes Wetter mit Temperaturen knapp über 20°. Und heute Nachmittag hat es in Schenkenfelden sogar kurz geschneit - brrrr!

Naja, trotzdem fühle ich mich zuhause wohler als in China, wo sich derzeit eine große österreichische Wirtschaftsdelegation aufhält. In China kann man sicher gute Geschäfte machen, aber als Reiseland stellt es sogar für hartgesottene Reiseprofis wie mich eine ziemliche Herausforderung dar! Ein großes Problem sind vor allem die mangelnden Englisch-Kenntnisse der meisten Chinesen - zumindest außerhalb der großen Städte! In Zentralasien konnte ich mich mit meinen paar Brocken Russisch ganz gut verständlich machen. In China bestand mein äußerst bescheidener Wortschatz anfangs nur aus "Niho" - "Wie geht´s?" und "Xiexie!" - "Danke!". Spätestens zu Beginn der chinesischen Ferien lernte ich noch ein anderes Wort dazu: "Myo", was soviel heißt wie "besetzt" oder "voll". Vom 1. bis zum 7. Oktober war nämlich halb China auf den Beinen, sodass es kaum mehr freie Hotelbetten oder Tickets für Bus und Bahn gab. Zu diesem Zeitpunkt waren wir Gott sei Dank in einer Gegend, die hauptsächlich von Tibetern bewohnt wird. In Xiahe in der ehemaligen tibetischen Provinz Amdo verbrachten wir 3 sehr angenehme Tage. Allerdings wurde das von 1500 tibetischen Mönchen bewohnte Labrang Kloster von chinesischen Touristen regelrecht gestürmt. Die Gelbmützen-Mönche waren dann sehr froh, als die Ferien vorbei waren und im Kloster wieder Ruhe eingekehrt ist. Wir fühlten uns unter den Tibetern sehr wohl, und ich genoss die Gegenwart vieler tibetischer Pilgerinnen und Pilger in ihrer traditioneller Kleidung, die sich voller Hingabe im und um das Kloster bewegten.

Diese Auszeit tat uns gut, da wir zuvor schon viele Kilometer durch landschaftlich wenig reizvolle Gegenden gefahren sind. Auf unserer Reise von Kashgar entlang der Seidenstraße waren wir die meiste Zeit mit dem Bus unterwegs. Der Öffentliche Verkehr in China funktioniert sehr gut, nur der Kauf von Tickets gestaltet sich manchmal recht schwierig. Um nicht unabsichtlich in einer anderen Stadt zu landen, habe ich mir den chinesischen  "Lonely Planet"-Reiseführer gekauft und auf mein Handy geladen. Am Schalter zeigte ich dann immer auf den chinesischen Namen der Stadt, sodass wir immer in der richtigen Stadt gelandet sind.

Nachdem wir in Kashgar unser überflüssiges Gepäck per Post nach Hause geschickt hatten (120 Euro für 34 kg), ging es zuerst auf der südlichen Route der Seidenstraße nach Hotan. Der Besuch der Stadt Yarkand, einst ein wichtiger Knotenpunkt der Seidenstraße, war Ausländern leider nicht erlaubt, da es Ende Juli bei einer Demonstration zu schweren Auseinandersetzungen zwischen hauptsächlich uigurischen Demonstranten und der Polizei gekommen war. Die rief dann auch noch das Militär zur Hilfe, sodass in der Gegend von Yarkand mindestens 200 Menschen getötet worden sind. In Hotan war die Spannung zwischen den einheimischen Uiguren und den zugewanderten Han Chinesen deutlich spürbar. An den wichtigsten Plätzen war jede Menge Polizei und Militär zu sehen. Im Laufe unserer Reise gewöhnten wir uns allmählich an die vermehrte Polizeipräsenz und die vielen Strassen- und Passkontrollen.

Von Hotan ging´s dann in der Nacht mit dem Sleeper-Bus durch die Taklamakan Wüste. Karawanen konnten diese riesige Wüste seinerzeit nicht durchqueren; jetzt gibt es allerdings 2 neue Strassen in Nord-Südrichtung durch die nach der Rub al-Chali zweitgrößte Sandwüste der Erde. 12 Stunden später kamen wir dann in Kucha an, wo es uns wesentlich besser gefiel als in Hotan. Die Menschen waren freundlicher und entspannter, und in der Altstadt war von den traditionellen Häusern der Uiguren noch viel mehr zu sehen als in den meisten anderen Städten in der Provinz Xinjiang, wo sich die Städte immer mehr gleichen und die Uiguren allmählich von den Han Chinesen verdrängt werden.

Turpan bildet da leider auch keine Ausnahme. Diese alte Oasenstadt liegt wie Kucha an der nördlichen Route der Seidenstraße. Turpan liegt 150 Meter unter dem Meeresspiegel und wird von unterirdischen Kanälen mit frischem Wasser aus den Bergen versorgt. Diese "Karez" (persisch) genannten Kanäle sind an die 2000 Jahre alt und weniger als einen Meter breit und 90-150 cm hoch. Sie wurden in mühsamer Arbeit mit minimalem Gefälle in den Lehmboden getrieben. In Turpan sind die Karez insgesamt an die 5000 Kilometer lang. Diese Art der Bewässerung hat sich von Persien (dort heißen sie Qanate bzw. Kanate) aus entlang der Seidenstraße bis nach China verbreitet. Außerhalb von Turpan bestaunten wir die relativ gut erhaltenen Ruinen der einst mächtigen Städte Jiaohé und Gaochang. Letztere, auch unter dem Namen Khocho bekannt, war ab 850 mehrere Jahrhunderte lang die Hauptstadt des Uigurenreiches und eine der bedeutendsten Städte an der Seidenstraße. Sehenswert sind noch einige nahegelegene buddhistische Höhlen und die "Flammenden Berge" auf der Strecke nach Dunhuang. Auf dem Weg in diese sehr angenehme Stadt stachen uns dann die vielen Windräder ins Auge, von denen es hier mehrere Tausende gibt - ein wichtiger Schritt in Chinas Grüne Zukunft.

100 Kilometer westlich von Dunhuang teilte sich seinerzeit die Seidenstraße (von Xi´an aus kommend) in eine südliche und in eine nördliche Route. Wir besuchten den Jadetor-Pass (1130m), wo man noch ein kleines Fort und Teile der Großen Mauer sehen kann. Die Mauer und die vielen mit Soldaten besetzten Wachtürme boten den Reisenden seinerzeit Schutz und Sicherheit und waren auch gute Orientierungspunkte auf ihrem Weg durch die Wüste. - Dunhuang ist in ganz China bekannt wegen seiner riesigen Sanddünen, die sich an der südlichen Stadtgrenze befinden. Da gerade Ferienzeit war, waren sie von Zigtausenden chinesischer Touristen bevölkert. Viele von ihnen sahen das erste Mal in ihrem Leben eine Wüste und sassen das erste Mal auf dem Rücken eines Kamels. Dies alles und noch viel mehr muss natürlich mit dem Handy festgehalten werden! Chinesinnen und Chinesen fotografieren unglaublich gerne und machen jede Menge Selfies. Handys und Tablets sind noch wichtiger als bei uns und werden auch ganz selbstverständlich von älteren Menschen  benutzt. In Bussen oder Zügen habe ich jedenfalls so gut wie nie jemand beim Lesen gesehen, sondern immer nur mit dem Handy in der Hand oder am Ohr!   

 

Nun ja, das Reisen ist in China leider nicht so günstig wie in Indien. Für akzeptable Hotels haben wir meist so zwischen 15 und 30 Euro bezahlt. Eine einfache Mahlzeit in einem Restaurant kostet so um die 2-3 Euro, eine 5-stündige Busfahrt im Schnitt weniger als 10 Euro. Sehr teuer sind allerdings die Eintrittspreise zu manchen Sehenswürdigkeiten. 40 Yuan (5 Euro) für die Besichtigung einer alten Stadt oder eines Tempels sind okay, nicht aber 240 Yuan (30 Euro!) für die Besichtigung der wirklich sehenswerten Mogoa-Höhlen in der Nähe von Dunhuang. Mein Freund Bert verzichtete angesichts dieser Abzocke auf den Besuch dieser alten buddhistischen Höhlen. An die 1000 Höhlen wurden zwischen dem 4. und 12. Jahrhundert in einen ca. 17 m hohen Sandsteinfelsen geschlagen und mit Buddha-Figuren, Skulpturen und Wandmalereien versehen. Finanziert wurde der Bau dieser Höhlen in der Regel von reichen Kaufleuten, die als Gegenleistung den Schutz göttlicher Wesen und die Gebete der Mönche erbaten. Der Buddhismus hatte sich übrigens entlang der Seidenstraße bis nach China ausgebreitet und war für mehrere Jahrhunderte - z. B. während der Tang-Dynastie (618 - 907) -  offizielle Staatsreligion.

In Zhangyé bewunderten wir dann im Großen Buddha Tempel die kunstvoll gefertigte Statue eines 35 m langen Schlafenden Buddhas: die größte in China - ein wahrlich faszinierender Anblick. Zuvor haben wir uns allerdings noch das berühmte Fort in Jiayuguan angesehen. Dieses 1372 erbaute und schön renovierte Fort war lange Zeit der letzte Außenposten des chinesischen Reiches und markierte den Beginn des engen Hexi Korridors, durch den jede westwärts ziehende Karawane hindurch musste. Dort fing für viele Abenteurer und vom Kaiser Verstoßene der "Wilde Westen" mit all seinen Gefahren an.  

Von Jiayuguan reisten wir über Zhangyé weiter nach Lanzhou, der Hauptstadt der Provinz Gansu. Dort bewunderten wir riesige Wasserräder, die seit 2000 Jahren Wasser aus dem Gelben Fluss schöpfen und besichtigten den konfuzianischen White Cloud Tempel. Nach dem erholsamen Abstecher ins tibetische Xiahe ging´s dann mit dem Zug von Lanzhou nach Tianshui, wo wir uns die wunderschön gelegenen buddhistischen Höhlen von Maiji Shan anschauten. Ja, und einige Stunden später standen wir dann vor der Stadtmauer von Xi´an, der ersten Hauptstadt des alten China. Es war ein sehr beglückendes Gefühl nun endlich am Ausgangspunkt der legendären Seidenstraße angekommen zu sein. Mit Ausnahme einiger kurzer Abschnitte hatte bzw. habe ich nun den Großteil dieses faszinierenden Handelsweges bereist - ein sehr schönes und befriedigendes Gefühl. Wie mag es wohl anderen Reisenden ergangen sein, die oft jahrelang unterwegs waren, bis sie schließlich durch die mächtigen Stadttore von Chang´an ("Langer Friede") schritten - zurzeit der Tang Dynastie die größte Stadt der Welt mit einer Million Einwohner?

Nach Besichtigung der Sehenswürdigkeiten von Xi´an  mit seiner 14 km langen Stadtmauer (z. B. Große Wildgans-Pagode, Glocken- und Trommelturm, Muslim-Viertel) und dem Besuch der faszinierenden Terrakotta-Armee des Kaisers Qin Shihuangdi (221 - 209 v. Chr.), der als Erster ganz China einte (und von dem sich auch wahrscheinlich der Name China herleitet), fuhren wir mit dem neuen Schnellzug nach Peking. Für die 1100 km lange Strecke braucht dieser Zug, der bis zu 300 km/h schnell ist, nur 5 1/2 Stunden. In Sachen Öffentlicher Verkehr kann sich China wirklich sehen lassen, denn Züge und U-Bahnen sind absolute Vorzeigeprojekte. Peking hat uns gut gefallen, und das herrliche Wetter machte den Besuch der Verbotenen Stadt und der Großen Mauer nördlich von Peking zu einem wahren Vergnügen. Angesichts des schönen Wetters hob dann am Mittwoch, dem 15. November unser Flieger eigentlich viel zu früh Richtung Heimat ab. Ich hatte mir zuvor in Peking ein fast 100 Dollar teures Transitvisum für Russland besorgt. Leider regnete es aber während meines 9-stündigen Aufenthalts in Moskau - gewissermaßen die ideale Vorbereitung auf das nasskalte Wetter in Österreich! Die Besichtigung der faszinierenden Basilius-Kathedrale, des Kreml und des Kaufhaus Gum waren aber den erfrischenden Zwischenstopp auf jeden Fall wert!

Seit Freitag sitze ich nun wieder im Taxi, wo es wenigstens schön warm ist. Dank des schlechten Wetters komme ich gut voran beim Vorbereiten meiner nächsten Vorträge. Ich hoffe, dass ich möglichst viele von euch bei einem meiner Vorträge sehen werde, und ich würde mich freuen, wenn ihr in eurem Freundes- und Bekanntenkreis ein bisserl die Werbetrommel rührt für meine nächsten Vorträge, damit ich bald wieder in wärmere Gefilde verreisen kann:-)

Über meine aktuelle Reise berichte ich am Freitag, den 14. 11. im Kulturhaus Im Schöffl in Engerwitzdorf und am Montag, den 24.11. im Haus der Baubiologie in Graz.

INDIEN - Kultur, Menschen und religiöse Feste präsentiere ich am 5.11. in Linz, am 6.11. in Wels, am 13.11. in Vöcklabruck und am 19.11. im Stadttheater in Gmunden.

In der Vorfreude auf ein baldiges Wiedersehen wünsche ich euch eine schöne Zeit und einen schönen Spätherbst!
Rudolf (Mukti)

 

Kashgar/China, 22.9.2014

Tja, wir haben es geschafft – wir sind seit 4 Tagen in China! Derzeit sind wir in Kashgar, einem der wichtigsten Knotenpunkte der Seidenstraße, und genießen die bunte Welt des Orients, gutes uigurisches Essen und die entspannte Atmosphäre in einem Backpacker-Hostel in der umtriebigen Altstadt. Bis ins Old Kashgar Youth Hostel zu kommen war allerdings alles andere als einfach!

Tja, letzten Montag waren wir noch in Afghanistan, wo wir aufgrund der unklaren Sicherheitslage nur im Umkreis des Grenzortes Sultan Ishkashim geblieben sind. Dieser schön gelegene Ort mit herrlichem Blick auf die schneebedeckten Siebentausender des Hindukusch Gebirges wird hauptsächlich von Ismaelis bewohnt, einer toleranten Gruppe von Muslimen, deren religiöses Oberhaupt Aga Khan ist. Ismaelis finden sich auch im Norden Pakistans, in der Pamir Region in Tadschikistan und im Südwesten Chinas. Wir haben 3 interessante Tage in dieser Gegend verbracht, wo Frauen in der Öffentlichkeit nur mit Kopftuch bzw. Burka zu sehen sind. Auf der tadschikischen Seite in der Autonomen Region Gorno Badakhshan hingegen haben ismaelische Mädchen und Frauen viel mehr Freiheiten und Rechte, und viele von ihnen wirken sehr selbstbewusst und sind tlw. auch sehr westlich geprägt. Viele von ihnen haben Verwandte auf der afghanischen Seite, mit denen sie neben ihrer Religion auch die gemeinsame Sprache verbindet. Allerdings will kaum jemand von ihnen nach Afghanistan reisen, und es gibt auch nur ganz wenige Brücken bzw. Grenzübergänge über den Grenzfluss Panj, der später zum Amur Daja wird. Die Einreise nach Afghanistan am einsamen Grenzübergang Ishkasim dauerte sehr lange, da die tadschikischen Zöllner gerade wieder mal eine längere Teepause machten und der afghanische Zöllner erst mit dem Motorrad aus Sultan Ishkashim kommen musste. Mit seiner Hilfe fanden wir ein Guesthouse für 15$ pro Tag inkl. Dinner und Frühstück. Wir erlebten die meisten Afghanis als sehr freundlich und freuten uns über das gute Essen in Afghanistan, das vielfältiger und besser gewürzt ist als das etwas langweilige Essen in Kirgisistan und Tadschikistan, wo man als Vegetarier wahrlich kein leichtes Leben hat.

Den afghanischen Teil des Wakhan Gebiets haben wir nun doch ausgelassen, da die Reise zu zweit zu teuer ist. Für die ca. 200 km nach Sarhad-i-Broghil - über sehr schlechte Straßen – bezahlt man nämlich mit dem Jeep stolze 450$ (für 10 Stunden Fahrt). Und wenn man nach einer mehrtägigen Tour mit Yaks (20$ pro Tag) wieder zurück nach Sultan Ishkashim will, dann fallen nochmals 450$ an! Ich hoffe, dass ich diese wunderbare Gegend nächstes Jahr mit meinen pakistanischen Freunden bereisen kann, da durch ihre Sprachkenntnisse das Reisen im Wakhan wesentlich einfacher sein wird.

Vor unserem Afghanistan-Besuch waren wir noch fast 2 Wochen im Pamir Gebirge unterwegs. Unglaubliche 93 % der Fläche Tadschikistans sind gebirgig. Viele Straßen sind in einem schlechten Zustand, sodass z. B. die Reise von der Hauptstadt Dushanbe nach Khorog ganze 16 Stunden dauert! Wir haben in den Bergen viele freundliche Menschen getroffen und sehr viel Gastfreundschaft erfahren. Wir sind oft zum Tee und auch immer wieder zum Übernachten eingeladen worden, sodass wir unser Zelt nur sehr selten benützt haben. Fürs Übernachten und Essen haben wir meist so um die 10-15 US $ pro Person und Tag gegeben, da viele Menschen wirklich wenig zum Leben haben. Ein Vater hat vor unseren Augen eine Ziege geschlachtet, damit er seinem Sohn Geld zum Studieren mitgeben kann.

Der Nordosten Tadschikistans wird von strenggläubigen Sunniten bewohnt, die zu uns sehr freundlich waren. Außer uns gab es in Karategin, wie diese Gegend auch heißt, keine Touristen. In Tajikobod haben wir eine Familie besucht, bei der ich vor 2 Jahren zu Gast war. Meine Fotos, die ich ihnen per Post geschickt hatte, haben sie erstaunlicherweise wirklich bekommen. Wir wurden äußerst großzügig bewirtet und alle freuten sich über meine Seidenstraße-Präsentation, in der sie auch vorkommen. Auf meinem Tablett-PC, auf dem ich auch meine Fotos speichere, habe ich schon vielen Menschen meine Präsentationen über ihr Land vorgeführt, und ich habe mich sehr über ihre überaus positiven Reaktionen gefreut. Im Osten Karategins, einst ein bedeutender Teil der Seidenstraße, leben viele Kirgisen im Sommer in ihren Jurten. Von ihnen wurden wir beim Zelten großzügig mit frischem Joghurt, Butter und Brot versorgt. Die Gastfreundschaft der Menschen in Tadschikistan und Kirgisistan ist wirklich unglaublich, und auch in der Hauptstadt Dushanbe sind wir vielen freundlichen Menschen begegnet. In China hingegen sind die Menschen nicht ganz so freundlich, aber dafür sind die Straßen in der Regel sehr gut ausgebaut.

Vor einigen Jahren haben die Chinesen eine neue Straße bzw. einen neuen Grenzübergang über den 4365m hohen Kulma Pass nach Tadschikistan gebaut, der bis Ende Mai nur von Chinesen und Tadschiken benutzt werden durfte. Seit 1. Juni ist das aber ein internationaler Grenzübergang. Wir haben daher einem chinesischen LKW-Fahrer 50 Dollar gegeben, damit er uns von Khorog über den Pamir Highway nach Murghab und von dort zum Kulma Pass mitnimmt. Die Nacht haben wir auf 3600m im leeren und extrem staubigen Container des LKWs verbracht. Dank einer Plastikplane als Staubschutz und guten Schlafsäcke haben wir die eiskalte Nacht halbwegs gut überstanden. Das wirkliche Abenteuer sollte allerdings erst so gegen Mittag beginnen: Es war nämlich außer einem Hongkong-Chinesen wahrscheinlich noch keinem anderen Reisenden gelungen diesen Grenzübergang erfolgreich zu passieren! Die Chinesen verweigerten uns nämlich die Einreise mit der Begründung, dass dies KEIN internationaler Grenzübergang sei! Wir waren ziemlich frustriert, da uns ein ziemlich mühsamer und teurer Umweg über Kirgisistan drohte, um nach Kashgar zu kommen. Ich wollte allerdings nicht aufgeben und rief die österreichische Botschaft in Peking an. Die chinesische Mitarbeiterin verstand allerdings nicht, worum es ging, sodass unsere Lage immer aussichtsloser wurde. Da tauchte dann plötzlich wie aus heiterem Himmel eine hochrangige chinesische Delegation auf der tadschikischen Seite auf. Ich nutzte die Gelegenheit und brachte dem Chef der Chinesen mit Hilfe eines sehr hilfsbereiten tadschikischen Zöllners mein Anliegen vor. Der rief dann seinen Vorgesetzten an und meinte dann lächelnd: „You can come to China!“ Es war also ein kleines Wunder geschehen! Wir waren überglücklich durch diese wunderbare Fügung. Voller Freude zeigte ich einem chinesischen Officer während der Wartezeit auf eine Mitfahrgelegenheit meine Präsentation über China. Mit einem LKW erreichten wir dann kurz danach die am Karakorum Highway gelegene Zollstation, die ganz neu ist. Die Zollbeamten waren extrem freundlich und hilfsbereit. Eine Stunde später hatten wir dann endlich unsere Einreisestempel in den Pässen – geschafft!

Erleichtert und voller Freude setzten wir uns in eine nahegelegene Jurte, tranken Tee und löffelten genüsslich eine Suppe. Da tauchte plötzlich ein junger Zöllner auf und forderte uns sehr unfreundlich auf, wieder zur Zollstation zurückzukommen. Ich musste ihnen mein Tablet geben, auf dem sie nach dem Video suchten, das ich dem Officer an der Grenze gezeigt hatte. Da gibt es nämlich eine kurze Video-Sequenz, auf der in einer größeren Menschenmenge auch einige Polizisten zu sehen sind. Für mich eine absolut unverfängliche Szene, nicht aber für den pflichtbewussten Zöllner! Nachdem sie das Video am Tablet nicht gefunden hatten, musste ich ihnen meinen USB-Stick geben. Gott sei Dank habe ich 2 ganz gleiche Sticks. Ich gab ihnen also den einen, auf denen ich meine Fotos gespeichert habe. Den suchten sie verzweifelt nach dem Video ab. Ich erklärte ihnen, dass ich das Video in der Zwischenzeit gelöscht hätte. Danach wollten sie einen ihrer USB-Sticks an meinem Tablet anstecken. Ich stellte mich dann dumm, als ihr Stick von meinem Rechner nicht erkannt wurde. Irgendwann wurde es ihnen dann zu blöde und sie gaben mir nach einer Stunde wieder meinen Pass zurück – wieder mal Glück gehabt!

Danach fuhren wir weiter zum Karaköl See, wo wir in einer Jurte übernachteten. Der herrliche Blick auf den majestätischen Mustagh Ata (7500m) und die fast 5000 Yaks im Tal entschädigte uns für den anstrengenden Tag. Tags darauf genossen wir die Wanderung um den 3600 m hoch gelegenen See, schlossen Freundschaft mit einigen Kamelen und nahmen ein kurzes und sehr erfrischendes Bad im glasklaren Wasser.

Ja, und morgen geht’s dann nach einem sehr angenehmen Aufenthalt in Kashgar mit Besuch des faszinierenden Sonntagsmarkts und nach Aufgabe unseres nicht mehr benötigten Gepäcks entlang der südlichen Route der Seidenstraße weiter nach Hotan. Von dort fahren wir dann durch die Taklamakan Wüste in den Norden weiter Richtung Turfan und von dort weiter in den Osten über Dunhuang bis Xian, dem Beginn der Seidenstraße. Und am 15. Oktober geht’s dann von Peking über Moskau wieder nach Hause. Ich freue mich bereits auf meinen ersten Vortrag am 14. November im Kulturhaus Im Schöffl in Engerwitzdorf, wo ich viele eindrucksvolle Bilder und Videos von meiner jetzigen Reise präsentieren werde. Eine Woche früher (am 5. November) präsentiere ich um 19:30 meinen neu überarbeiteten Indien-Vortrag im Volkshaus Dornach in Linz. Weitere Termine unter www.rudolf-gossenreiter.at

Ich freue mich auf ein baldiges Wiedersehen mit möglichst vielen von euch und möchte mich bei all jenen entschuldigen, die mir geschrieben haben und denen ich nicht antworten konnte, da ich lange Zeit in Gegenden ohne Internetverbindung unterwegs gewesen bin. Ja, es gibt sie also noch: eine Welt ohne Internet und Telefon – und auch ohne Stress:-)

Herzliche Grüße aus Kashgar und bis bald inshallah!
Rudolf (Mukti)

 

Garm/Tadschikistan, 2. September 2014

Schön langsam wird es Zeit, dass ich wieder mal von mir hören lasse. Mein aktueller Newsletter erreicht euch wieder mal aus Asien - dieses Mal aus dem gebirgigen Tadschikistan. Vor ca. 2 Wochen bin ich mit meinem Freund Bert Strauß, der mich dieses Mal auf meiner 3-monatigen Asienreise begleitet, in Khorog, der Hauptstadt der autonomen Region Gorno Badakhshan angekommen. Diese Gebirgsregion im Süden Tadschikistans ist nur über den legendären Pamir Highway erreichbar und wird hauptsächlich von Ismaeliten bewohnt. Diese tolerante Gruppe von Muslimen findet sich auch im Wakhan Korridor in Afghanistan, im Norden Pakistans und im Westen Chinas.

Tja, vor 2 Wochen waren wir nicht einmal 100 Kilometer vom pakistanischen Yasin Valley entfernt! Allerdings war es uns heuer nicht vergönnt, unsere Freunde und mein Herzensprojekt, die nun endgültig fertig gestellte und schön bemalte World Roof Public School zu besuchen, da wir kein Visum für Pakistan bekommen haben!

Trotz guter Kontakte zur Botschaft in Wien und meiner neuen Funktion als Schriftführer der Österreichisch-Pakistanischen Gesellschaft haben wir aus Sicherheitsgründen keine Einreiseerlaubnis erhalten, was sicher auch auf den blutigen Anschlag der Taliban auf den Flughafen in Karachi zurückzuführen ist. Wir haben daraufhin unsere Reisepläne geändert und sind ein paar Tage später um 250 € nach Bishkek geflogen. Für Kirgisistan braucht man seit 2 Jahren kein Visum mehr, sodass Kirgisistan (Kirgisien) immer mehr zu einem beliebten und sicheren Reiseziel im Herzen Zentralasiens wird. Beeindruckende Bauten wie in Samarkand oder Buchara findet man hier allerdings nicht. Naturliebhaber kommen allerdings in dem kleinen Land mit 5,5 Millionen Einwohner voll auf ihre Kosten.

Begonnen hat unsere Reise in Kirgisistan mit dem Besuch eines lokalen Festivals, bei dem auch  klassische Pferdespiele zu sehen waren. Das bekannteste heißt Bushkashi bzw. Ulag Tardysh. Vor dem Spiel wird einer Ziege der Kopf abgeschlagen. Danach kämpfen 2 Teams mit jeweils mindestens 5 Reitern um die tote Ziege, wobei es sehr wild zugehen kann. Pferde und Reiter stürzen immer mal wieder bei dem Versuch, die Ziege vom Boden aufzunehmen und durch die gegnerischen Linien ins mehrere Hundert Meter entfernte Ziel zu bringen. Die Gegner versuchen ihnen die Ziege zu entreißen. Da wird verbissen gekämpft und gezogen, woraus sich auch der kirgisische Name „Ziege ziehen“ herleitet.

Wesentlich entspannter ging es dann bei unserem anschließenden Abenteuer im Sattel zu. Wir waren insgesamt eine Woche mit 2 Pferden und einem Pferdeführer unterwegs, der uns über einen 3300 Meter hohen Pass zum Song Kul See brachte, der stark an die Mongolei erinnert. 5 Tage lang dauerte der völlig entspannte Ritt um den 3000 m hoch gelegenen See (96km). Gegessen und übernachtet haben wir in schönen Jurten bei sehr, sehr freundlichen Menschen, die während des Sommers hier ihre Tiere (Schafe, Ziegen, Pferde, Kühe und Yaks) grasen lassen. 

Danach waren wir eine Woche lang Tage in den Bergen im östlichen Teil Kirgisistans rund um Karakol unterwegs, um uns auf die Besteigung des 7134m hohen Pik Lenin vorzubereiten. Unser 3-Mann-Zelt erwies sich bei unseren Touren als recht nützlich und ist auch im Schnee ein zuverlässiger Begleiter. Nur leider ist es mit 5,5 kg relativ schwer. Ursprünglich wollten wir damit zu Dritt unterwegs sein, aber leider konnte Ralph, der mit uns 2011 in Pakistan unterwegs war, nicht mitkommen, sodass wir nun ziemlich schwer an unserem Luxuszelt zu schleppen haben. Nach unserer Bergtour legten wir dann ganz entspannt unser ganzes Gepäck in den luxuriösen Toyota Landcruiser meines belgischen Freundes Michel, den ich vor 2 Jahren in Karakol kennengelernt hatte. Michel lebt nach dem Verkauf seines Hauses in Brüssel seit einem Jahr in Kirgisistan und fühlt sich hier viel wohler als in Belgien. Wir besuchten unseren gemeinsamen Freund Ishenbek, der uns tags darauf die Jagdkünste seines Adlers Sanaar vorführt. Danach ging es weiter zur Karawanserei Tash Rabat und zum Torugart Pass an der chinesischen Grenze, einst ein wichtiger Pass an der Seidenstraße. Chinesische Baufirmen bauen nun überall in Kirgisistan neue Straßen, sodass das Reisen im Auto immer bequemer wird.

Die 700 km von Bishkek nach Osh legten wir allerdings im Flugzeug zurück, da der Flug nur 30 € kostet. Per Autostopp (man beteiligt sich dabei an den Benzinkosten - dieses System funktioniert in Zentralasien übrigens wunderbar!) ging’s dann weiter in den Süden, wo wir eine Familie besuchten, bei der ich 2012 übernachtet hatte. Von Sary Moghul aus ging’s per russischen Uralt-Jeep, den Bert vor der Anfahrt reparieren musste, ins 3600 m hoch gelegene Basislager des Pik Lenin. Bei herrlichem Wetter ließen wir einen Teil unseres Gepäcks mit dem Pferd ins vorgeschobene Basislager auf 4200 m (Camp 1) transportieren.

Gut akklimatisiert machten wir uns dann nach 3 Übernachtungen auf ins Camp 2. Über den Gletscher ging’s mit Steigeisen steil bergauf zum 5200 m hoch gelegenen Camp 2. Kurz nach unserer Ankunft fing es zu schneien an. Morgens hatte es um die – 10 Grad, sodass das Zubereiten des Tees aus Schnee zu einer eisigen Herausforderung wurde. Kurz danach schien wieder die Sonne. Bert stieg bei gutem Wetter bis ins Camp 3 auf 6100 m auf. Ich begnügte mich mit 5700 m, da das Wetter umschlug und wir uns auf den Weg ins Basislager machen mussten. Nachts schneite es stark, sodass wir tags darauf ins Tal abstiegen, um die nächsten beiden Tage in einem warmen Guesthouse in Sary Tash zu verbringen.

Von Sary Tash geht es links nach China und geradeaus (in südlicher Richtung) nach Tadschikistan. Wir hatten extrem viel Glück, dass uns ein mit Wassermelonen beladener Jeep bis zur tadschikischen Grenze mitgenommen hat. Dort wurden die Melonen umgeladen und 4 Touristen stiegen in unserem Jeep um. Wir fuhren mit dem russischen Pickup seines Bruders bis Murghab und bezahlten dafür 80 $. Von Murghab ging’s mit einem Mitsubishi Pajero (V6, 3.0) zuerst entlang des Pamir Highways und dann über den 4200 m hohen Kargush Pass in das Grenzgebiet zu Afghanistan. Vom Kargush Pass aus hatten wir einen wunderbaren Ausblick auf die vereisten Bergriesen des Kleinen Pamir. Dem Grenzfluss Panj folgend taten sich uns faszinierende Blicke auf die Hindukusch Berge mit ihren Sechs- und Siebentausendern auf. Bei Langar erreichten wir den Wakhan Korridor, der vor mehr als 100 Jahren von Russen und Briten als (schmale) Pufferzone zwischen dem Zarenreich und British India (jetzt Pakistan) eingerichtet worden ist. Der Wakhan Korridor war zu Zeiten der Seidenstraße die kürzeste Verbindung zwischen Europa und Asien. Wir haben die Wakhi, die eine eigenständige Kultur und Sprache haben, als sehr freundliche Menschen erlebt und ihre Gastfreundschaft in Form von Homestays für 15 $ pro Nacht inkl. Dinner und Frühstück genossen. In Ishkashim (ca. 2600 m) sind wir dann das erste Mal mit der afghanischen Kultur in Berührung gekommen, da es jeden Samstag auf der tadschikischen Seite einen großen Basar gibt. Ja, und in ein paar Tagen werden wir dann inshallah nach Afghanistan reisen, um vielleicht auch die afghanische Seite des Wakhan Korridors kennenzulernen – mal sehen. Das afghanische Visum haben wir jedenfalls schon in der Tasche, und es war in Wien ganz leicht zu bekommen!

Von unseren Abenteuern in Afghanistan werde ich im nächsten Newsletter berichten. Derzeit sind wir noch in den Bergen des Rasht Valley im Norden Tadschikistan unterwegs. Bis dahin wünsche ich allen Leserinnen und Lesern  einen schönen Spätsommer mit viel Sonnenschein und alles Gute für eure Unternehmungen! 

Rudolf (Mukti)

Schenkenfelden, 3.2.2014

Während wir uns hier in Mitteleuropa über beinahe schon frühlingshafte Temperaturen freuen,  liegt im Norden Pakistans noch relativ viel Schnee und die Temperaturen sinken nachts bis auf -12°C. Die meisten Schulen sind daher im Januar geschlossen, da die Schulen normalerweise nicht beheizt werden können.  Für die Schülerinnen und Schüler der World Roof Public School in Hundur hat heute nach 45 Tagen Winterferien wieder der Unterricht begonnen. Sie werden sich sicher darüber freuen, dass die letzten paar Fenster im Computerlab nun endlich fachgerecht verglast sind, nachdem sie zuvor nur provisorisch mit Plastikfolien beklebt waren.  

Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass im Dezember noch genug Geld zusammengekommen ist, um alle Rechnungen zu begleichen und allen Handwerkern und Arbeitern ihre Löhne zu bezahlen. An dieser Stelle herzlichen Dank an alle Spenderinnen und Spendern sowie alle Patinnen und Paten, allen voran Andreas Pernsteiner aus Freistadt, der gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Franziska gleich 20 Patenschaften übernommen hat!  Ganz herzlich möchte ich mich bei der Firma Dr. Hufenbach & Partner GmbH bedanken, die das Schulprojekt nun bereits das 3. Mal mit einer großzügigen Weihnachtsspende von 1000 Euro unterstützt hat, sowie bei den Lehrerinnen und Lehrer der VS Gramastetten, die mich zu einem Vortrag über meine Reisen und die Schule im Yasin Valley eingeladen haben, wobei unglaubliche 1000 Euro an Spenden zusammengekommen sind. Zustande gekommen ist die Veranstaltung durch Frau Schobesberger, die an der Volksschule unterrichtet, und die anlässlich einer Pakistan-Reise vor mehreren Jahren ihr Herz für dieses wunderbare Land entdeckt hat. 

Für dieses Jahr stehen das Verputzen der Außenwände, der Bau einer Wasserleitung sowie der Ankauf eines direkt neben der Schule gelegenen Grundstücks als Playground auf dem Programm. Ich hoffe, dass durch meine aktuellen Indien-Vorträge und durch Spenden wieder etwas Geld reinkommt, damit wir diese Projekte so bald wie möglich realisieren können.

Wer Zeit und Lust hat, sich meine brandneue Multimediaschau Indien - Kultur, Menschen und religiöse Feste mit den beeindruckendsten Fotos und Videos meiner insgesamt 6 Indienreisen anzuschauen, hat dazu noch folgende Gelegenheiten: 

05.2. Gmunden (Stadttheater)
11.2.  Amstetten (Rathaussaal) 
12.2. Linz (Volkshaus Dornach) 
17.2. Bad Schallerbach (Atrium)
13.3. Sarleinsbach (Pfarrheim)
25.3. Weitra (Rathaussaal)
27.3. Amaliendorf (Volksheim)  

Nähere Informationen und weitere Termine auf meiner Seite  www.rudolf-gossenreiter.at   Das Bild hier soll einen kleinen Vorgeschmack geben auf die Kumbh Mela in Allahabad im Februar 2013, die von unvorstellbaren 70 - 100 Millionen Menschen besucht worden ist! 

Ich hoffe, dass ich möglichst viele von euch bei einem meiner Vorträge sehen werde und wünsche euch ein angenehmes und entspanntes Jahr mit vielen schönen Begegnungen und genügend Zeit für die schönen Dinge des Lebens!

Euer Rudolf (Mukti)

 

Schenkenfelden, 21.10.2013

Ich freue mich sehr, dass die 16-jährige Malala Yousafzai den diesjährigen Sacharow-Preis für geistige Freiheit verliehen bekommt. Die Konferenz der Präsidenten des Europäischen Parlaments würdigt damit den Einsatz der 16-jährigen Schülerin aus dem pakistanischen Swat Valley. Bekannt geworden ist Malala, weil sie sich für die Rechte von Mädchen auf Bildung eingesetzt hat. Anlass dafür war die  Besetzung des Swat Valley im Jahre 2009 durch Kämpfer der Taliban. Das Taliban Regime hat Mädchen den Besuch von Schulen verboten und auch viele Schulen zerstört. Den riskanten Einsatz für das Recht auf Bildung und Ausbildung für Kinder und Frauen hat sie durch einen Kopfschuss beinahe mit ihrem Leben bezahlt. Martin Schulz, der Präsident des Europäischen Parlaments, betonte anlässlich des Welt-Mädchentages am 11. Oktober das Grundrecht auf Bildung für alle Mädchen, und dass eine gute Ausbildung die beste Investition in die Zukunft ist.

In diesem Sinne freue ich mich sehr über die Fertigstellung der World Roof Public School im Yasin Valley, die vor allem Mädchen weiterführende Bildung ermöglicht. Das Yasin Valley befindet sich im Nordwesten Pakistans im Hindukusch Gebirge. Von Gilgit, der Hauptstadt der teilautonomen Region Gilgit-Baltistansind es 150 Kilometer in dieses 60 Kilometer lange Hochtal, das sich auf einer Höhe zwischen 1800 und 3000 Meter erstreckt. Mein Freund Muhammad Karim hat mir vor einigen Tagen Bilder dieser wunderschön gelegenen Schule geschickt. Der erst 28-jährige Muhammad hat als ehrenamtlicher  Managing Director 3 Jahre lang seine ganze Kraft und Energie in den Bau der Schule in Hundur gesteckt, um mit dieser von einer Dorfgemeinschaft gegründeten Schule Kindern und Jugendlichen gute und weiterführende Bildung zu einem günstigen Preis anbieten zu können.

Unser gemeinsames Herzensprojekt ist aufgrund seiner Größe und Ausstattung bereits zu einer echten Attraktion im Yasin Valley geworden  und aufgrund seiner erhöhten Lage vor kommenden Hochwassern  gut geschützt. Für pakistanische Verhältnisse ist die Schule sehr gut ausgestattet. In jedem der 13 Räume gibt es Licht und Steckdosen, und im kürzlich fertig gestellten Computerraum stehen 12 Laptops für den Computerunterricht der älteren Mädchen bereit, die ich 2011 und 2012 aus Österreich mitgebracht habe. Das dreiseitige Gebäude, in dem derzeit 180 Schülerinnen und Schüler von der 1. bis zur 11. Schulstufe unterrichtet werden, hat bis jetzt ca. 30.000 Euro gekostet. Die Baukosten konnten durch Muhammads unermüdlichen Einsatz erstaunlich niedrig gehalten werden, da es ihm gelungen ist, alle Beteiligten für den Bau der Schule zu begeistern.

Die Bevölkerung des Yasin Valley besteht vorwiegend aus Ismaelis, einer sehr toleranten Gruppe von Muslimen, deren religiöses Oberhaupt Aga Khan ist, dessen Organisation im Norden Pakistans viele Hilfsprojekte verwirklicht und auch zahlreiche Schulen errichtet hat. Die Eltern wissen daher um die Bedeutung von Bildung und schicken ihre Kinder gerne in die Schule. Diese gehen im Gegensatz zu vielen europäischen Schülerinnen und Schülern wirklich gerne zur Schule und lernen dort neben ihrer Muttersprache Burushaski auch die Landessprache Urdu und von Beginn an auch Englisch. Viele Arbeiter haben daher mit großem Engagement zu sehr günstigen Bedingungen für die Schule gearbeitet, und auch viele Eltern und Lehrer haben sich unentgeltlich an den Bauarbeiten beteiligt.

Ein Arbeiter verdient übrigens so um die 3 - 5 Euro pro Tag. Die Lehrerinnen und Lehrer verdienen allerdings nur 35 - 50 Euro pro Monat, was im Vergleich zu staatlich geführten Schulen sehr wenig ist, wo die Lehrkräfte mehr als 150 Euro im Monat verdienen. Finanziert wird das Einkommen von Lehrerinnen und Lehrern hauptsächlich durch das Schulgeld der Schülerinnen und Schüler, das pro Monat zwischen 2 und 3 Euro beträgt. Um diejenigen Eltern zu entlasten, die sich das monatliche Schulgeld kaum leisten können, hat der Verein Bildung für Pakistan Patenschaften ins Leben gerufen. 60 Euro pro Jahr bzw. 5 Euro im Monat reichen aus, um das Schulgeld sowie Hefte und Bücher für den Unterricht zu finanzieren. Weitere Informationen über Patenschaften unter  http://www.bildung-fuer-pakistan.at/projekte.html

Um den Arbeitern ihre Löhne bezahlen und alle ausstehenden Rechnungen begleichen zu können, benötigt Muhammad noch ca. eine halbe Million Rupees. Mir ist es ein Herzensanliegen, dass die Menschen, die sich mit so viel Engagement und Begeisterung am Bau der Schule beteiligt haben, sobald wie möglich zu ihrem Geld kommen. Da Bilder bekanntlich mehr sagen als Worte, möchte ich nun zu einer Bilderreise einladen, aus der hervorgeht, wie alles begonnen hat und was für ein wunderbares Projekt daraus entstanden ist. Die Reise beginnt im Jahr 2007, als ich mit meinem Ganesha das erste Mal im Yasin Valley war:

https://fotos.web.de/ui/external/taEpmqUESZOjEv-GsEhnmA31903

Es gibt für jedes wichtige Jahr ein eigenes Fotoalbum. Auf meine Bitte hin hat Muhammad vor ein paar Tagen Aussagen von Lehrern und Arbeitern gesammelt, die sich am Bau der Schule beteiligt haben.  Ich war tief berührt von den Kommentaren dieser einfachen Menschen, die in einem Fotoalbum auf  www.bildung-fuer-pakistan.at  zu finden sind. Ich bedanke mich an dieser Stelle ganz herzlich bei allen, die mir ihr Vertrauen geschenkt und mir bei der Umsetzung dieses Herzensprojekts geholfen haben. Da die Einnahmen und Spenden aus meinen nächsten Vorträgen nicht ausreichen werden, um die erforderliche halbe Million Rupees zusammen zu bekommen, bitte ich euch an dieser Stelle um tatkräftige Unterstützung, damit wir gemeinsam diesem wunderbaren Projekt den Weg in eine fruchtbare Zukunft ebnen können. Ich freue mich über jeden Euro, der dazu beiträgt, damit ich so bald wie möglich die erforderlichen 3500 Euro nach Pakistan überweisen kann – danke! An dieser Stelle auch herzlichen Dank an die Raika Schenkenfelden für die unentgeltliche Bereitstellung des Spendenkontos Bildung für Pakistan mit der Konto Nr: 2.212.215  BLZ: 34277

Ich wünsche all meinen Leserinnen und Lesern einen schönen Spätherbst und würde mich freuen, einige von euch bei einem meiner nächsten Vorträge - Faszination Seidenstraße und ein ganz neuer Indien-Vortrag - zu sehen. Der erste Vortrag, in dem ich auch die neuesten Bilder der Schule zeigen werde, findet am Mittwoch, den 24. Oktober um 19:30 im Gasthaus Jaksch in Reichenau statt.

In Dankbarkeit und Verbundenheit
Rudolf Gossenreiter

Aktuelle Vortragstermine:
13.11.2013   19:30   Schenkenfelden      Pfarrheim        INDIEN - Landschaften, Menschen und religiöse Feste
14.11.2013   19:30   Harbach                  Moorheilbad    Faszination Seidenstraße
18.11.2013   19:15   Bad Schallerbach    Atrium             INDIEN - Landschaften, Menschen und religiöse Feste
19.11.2013   20:00   Köln                       Hahnheiser      Faszination Seidenstraße
20.11.2013   20:00   Köln                       Hahnheiser      INDIEN - Landschaften, Menschen und religiöse Feste

 

New Delhi/Indien, 5. 3. 2013


Tja, ich habe dem Winter wieder mal ein Schnippchen schlagen können und bin für 4 Wochen nach Indien geflogen. Hauptgrund meiner Reise war dieses Mal allerdings der Besuch der Kumbh Mela, des größten religiösen Festes auf Erden. Während des 55-tägigen Festes, das nur alle 3 Jahre stattfindet, sind an die 60 Millionen Menschen nach Allahabad gekommen, um am Zusammenfluss der beiden heiligen Flüsse Ganges und Yamuna ein rituelles Bad zu nehmen.

Ich bin 2 Tage vor dem wichtigsten Badetag, den 10. Februar, in Allahabad angekommen und war fasziniert von dem gewaltigen Zeltlager, das sich über viele Kilometer auf beiden Seiten des Ganges  erstreckte. Unzählige religiöse Gruppen hatten riesige Zelte aufgebaut, die von heiligen Männern (Sadhus und Yogis) und Frauen sowie Pilgerinnen und Pilgern aus ganz Indien bewohnt wurden.  Am 10.2. drängten schon im Morgengrauen mehr als 5 Millionen Menschen auf das sandige Gelände. Aus voll aufgedrehten Lautsprechern dröhnte Tag und Nacht spirituelle Musik – für die meisten westlichen Besucher eine wahre Grenzerfahrung! Einmal hatte ich Angst erdrückt zu werden, als sich riesige Menschenmassen vor einer der insgesamt 18 Ponton Brücken stauten.

Diejenigen, die sich bis ins Zentrum des Geschehens durchkämpfen konnten, wurden dann allerdings mit einer tollen Parade belohnt, die im Morgengrauen begann und viele Stunden lang dauerte. Hunderte festlich geschmückte Fahrzeuge, auf denen religiöse Würdenträger saßen, bahnten sich ihren Weg durch die Menschenmassen. Zwischen den Wägen waren immer wieder große und kleine Gruppen von nackten und halbnackten Männern zu sehen. Das Faszinierendste an jeder Kumbh Mela, die in dieser Größe in Allahabad nur alle 12 Jahre stattfindet, sind nämlich die Naga Babas. Die meisten von ihnen sind nackt und mit Asche beschmiert. Diese teilweise sehr wild aussehenden Männer, die meist in einsamen Höhlen oder im Wald leben, sind die Hauptattraktion bei den Paraden und dürfen sich als erste in die Fluten des Ganges stürzen.

Am 15.2., einem weiteren wichtigen Badetag, konnte ich mich bis zum wichtigsten Badeplatz – dem Sangam - durchkämpfen, tolle Fotos machen und mit Tausenden fröhlichen Menschen  ein erfrischendes Bad nehmen. Heftiger Regen am Abend und nächsten Tag brachte allerdings einige Zelte zum Einsturz und legte die Stromversorgung der riesigen Zeltstadt lahm. Insgesamt war diese Veranstaltung jedoch recht gut organisiert. Leider ist es am Abend des 10.2. zu einem tragischen Unfall gekommen, als gewaltige Menschenmassen auf den Bahnhof in Allahabad drängten, sodass durch die gewaltige Belastung das Geländer einer Fußgängerbrücke brach und 36 Menschen beim Sturz in die Tiefe ums Leben kamen.

Nach den Regenfällen fuhren viele Sadhus weiter ins nahe gelegene Varanasi. Ich blieb 3 Tage in der heiligsten Stadt Indiens, die dem Gott Shiva gewidmet ist, freute mich über die vielen Pilger und Sadhus, die prächtigen Feuerzeremonien  und war fasziniert von den vielen Leichenverbrennungen, die in der Regel 3-4 Stunden dauern. Vor allem aber freute ich mich über das Zusammensein mit einer hübschen Chinesin, die ich vor 4 Jahren an der pakistanisch-iranischen Grenze kennengelernt hatte. Jiabao war alleine in Indien und Pakistan unterwegs gewesen und nahm meine Einladung, mit mir und Gani (meinem VW Bus)  den Iran zu bereisen, gerne an. An der türkischen Grenze war unsere gemeinsame Reise leider zu Ende, da sie an der Grenze kein Visum bekam. Nach 4 Jahren haben wir uns nun also in Indien wiedergesehen.

Mit dem Zug ging´s dann weiter nach Agra zum Taj Mahal, dem wohl schönsten Monument der Liebe. Es erinnert an die wunderbare Liebe des Herrschers Shah Jahan zu seiner Frau Mumtaz Mahal, die bei der Geburt ihres 14. Kindes gestorben ist  Bei einem Zwischenstopp in Jaipur, der Hauptstadt des Wüstenstaates Rajasthan, ließ ich mir den Sensor meiner Kamera reinigen, um für das farbenprächtige Wüstenfestival in Jaisalmer gut gerüstet zu sein. Das Fest dauerte 3 Tage und war absolut sehenswert.

Die letzten gemeinsamen Tage verbrachten wir in Jodhpur – der Blauen Stadt mit dem gewaltigen Mehrangarh Fort – und im ruhigen Pushkar, wo ich noch einige Einkäufe erledigte.  Mit dem Schnellzug fuhren wir nachmittags von Ajmer  nach Delhi. Nach ein paar Stunden Schlaf hieß es dann um 4:00 morgens schweren Herzens Abschied nehmen. Ich flog danach über Istanbul nach Wien, und Jiabao flog einige Stunden später nach Goa. Ob und wie diese romantische Geschichte weitergehen wird – davon mehr in den nächsten News J

Bevor ich aus meinem umfangreichen Bild- und Videomaterial einen eigenen Yogi und Sadhu-Vortrag mache, zeige ich erst einmal noch meinen aktuellen Faszination Seidenstraße-Vortrag. Der Schwerpunkt meiner Vorträge liegt dieses Mal im Waldviertel. Hier sind die aktuellen Termine:

 

20.3. 19:30 Waldenstein Sportrestaurant
21.3. 19:30 Weitra Rathaussaal
22.3 19:30 Bad Großpertholz Kurhaus
24.3. 17:00 Schenkenfelden Pfarrheim
25.3. 19:30 Amaliendorf Volksheim
26.3. 19:30 Schrems Stadthalle (Clubraum)
27.3. 19:30 Gmünd Kulturhaus
17.4. 19:30 Altenberg Gasthaus Prangl
18.4. 19:30 Oberneukirchen Gasthaus Lindenwirt

 

Durch die Vorträge wird auch wieder etwas Geld für den Bau der Schule in Pakistan reinkommen, sodass wir Ende März mit den Bauarbeiten beginnen können. Bis jetzt sind übrigens schon beachtliche 29.000 Euro zusammengekommen, wofür ich mich bei allen Spenderinnen und Spendern ganz herzlich bedanken möchte! 

Auf dem Programm steht das Betonieren von Fußböden in den Klassenzimmern, die Fertigstellung der letzten beiden Räume (Computerraum mit Bibliothek und ein Lehrerzimmer) sowie der Bau einer Wasserleitung, damit die Schule endlich mit gutem Trinkwasser versorgt ist. Nach der Fertigstellung der Schule wird ein Teil des Schulgebäudes und die Klassenzimmer von einer Künstlergruppe kreativ bemalt werden. Die World Roof Public School verfügt nun seit kurzem auch  über ein eigenes Logo (siehe Anhang). Für das kommende Wintersemester ist die Einführung eines Kunst- und Musikunterrichts geplant, damit Kinder und Jugendliche sich kreativ betätigen können.

Ich bin sehr froh und dankbar, dass sich genügend Patinnen und Paten gefunden haben, die mit ihren monatlichen 5 Euro das Schulgeld für die 18 bedürftigen Schülerinnen und Schüler übernehmen und damit auch einen Teil des Lehrmaterials sponsern. Ich freue mich über jede Form der Unterstützung – sei es durch die Übernahme einer Patenschaft oder über eine  Spende zur Fertigstellung der Schule auf das Konto Nr. 2212215 bei der Raika Schenkenfelden, BLZ 34277 – danke!

Ich bedanke mich für eure Aufmerksamkeit und wünsche euch viel Freude beim Ansehen einiger meiner Fotos aus Indien:

http://rudolf-gossenreiter.magix.net/all-albums/!/oa/6776268/

Herzliche Grüße aus New Delhi und einen guten Start in den Frühling!
Rudolf

 

Schenkenfelden, 20.12.2012

Ein ereignisreiches Jahr, das von zahlreichen Krisen und Veränderungen aber auch von vielen berührenden Momenten geprägt war, neigt sich dem Ende zu. Die positive Bilanz in diesem Jahr kurz vor Weihnachten: Unsere Welt wird aller Wahrscheinlichkeit nicht untergehen, die Tage werden bald wieder länger werden, und dank einiger großzügiger Weihnachtsspenden ist genug Geld für die Schule in Pakistan zusammengekommen, damit alle Handwerker und Unternehmer noch dieses Jahr zu ihrem Geld kommen.

(1) Schule in Hundur


Wie bereits in meinem letzten Newsletter berichtet, freuen sich die 150 Schülerinnen und Schüler der World Roof Public School sehr über ihre 9 neuen Klassenzimmer und die 4  kürzlich fertig gestellten Washrooms. Bald werden sie Winterferien haben, da es im 2500 Meter hoch gelegenen Hundur im Januar in den ungeheizten Räumen zu kalt zum Unterrichten ist. Für nächsten Winter ist der Kauf von kleinen Öfen geplant, damit die Kinder nicht mehr frieren müssen. An dieser Stelle möchte ich mich nochmals sehr herzlich bei all jenen bedanken, die zum Gelingen dieses wunderbaren Projekts beigetragen haben. Bis jetzt sind über 26.000 Euro zusammengekommen. Über die großzügigen Weihnachtsspenden der Firmen Transparent Design in Linz und Dr. Hufenbach & Partner in Göttingen,  die uns auch dieses Jahr wieder mit je 1000 Euro unterstützt haben, habe ich mich ganz besonders gefreut, da wir nun alle ausstehenden Rechnungen begleichen können und mein Freund  Muhammad Karim, der als „Managing Director“ vor Ort für alles verantwortlich ist, nun wieder ruhig schlafen kann. Die aktuelle Spendenliste findet sich hier: 

 http://www.bildung-fuer-pakistan.at/spend.php

(2) Patenschaften als Weihnachtsgeschenk


Muhammad hat mir kürzlich Fotos von bedürftigen Schülerinnen und Schülern geschickt, deren Eltern sich das Schulgeld kaum leisten können. Er hat mehrere Familien zuhause besucht und mir über ihre schwierigen Lebensumstände berichtet. Mir ist es ein Herzensanliegen, dass diese Kinder (siehe Foto) durch Patenschaften gefördert werden und ihre materielle Not ein wenig gelindert wird. Das Schulgeld beträgt maximal 365 Rupees (3 Euro)  pro  Monat. Einem Teil der bedürftigen SchülerInnen wird das Schulgeld teilweise erlassen. Einige SchülerInnen werden von den Lehrkräften gesponsert, die einen Teil ihres minimalen Gehalts (sie verdienen nur 30-40 Euro pro Monat!) dafür zur Verfügung stellen. Wer Gutes tun will, kann mit einer Patenschaft eine Schülerin oder einen Schüler für 1 Jahr tatkräftig unterstützen. Eine Patenschaft kostet monatlich nur 5 Euro und würde sich sehr gut als sinnvolles Weihnachtsgeschenk eignen.

(3) Vorträge

Meine „Faszination Seidenstraße“-Vorträge  waren bis auf 2 Ausnahmen gut besucht. Durch Spenden und den Verkauf von Schlüsselanhängern sowie einem Teil des Eintrittsgeldes sind mehr als 1300 Euro zusammengekommen. Mitte Jänner starte ich wieder mit meinen Vorträgen, um weiterhin Geld für die Fertigstellung der letzten beiden Räume (Computerraum mit Bibliothek, Lehrerzimmer) zu sammeln. Folgende Termine sind bereits fix:

15.1. Sarleinsbach (Pfarrheim)
16.1. Linz (Volkshaus Dornach)
24.1. Gutau (Pfarrheim)
30.1. Gmunden (Stadttheater)
17.3. Schenkenfelden (Gasthaus Kaar)
17.4. Altenberg (Gasthaus Prangl)

Die Vorträge beginnen jeweils um 19:30; in Schenkenfelden um 15:00. Im Waldviertel werde ich ab Mitte März auch einige Vorträge halten. Diese Termine werde ich rechtzeitig ankündigen, bevor ich im Februar nach Indien fliege.

(4) Indienreise

Die 4-wöchige Reise wird mich Anfang Februar zum größten religiösen Festival führen, das alle 12 Jahre in Allahabad stattfindet. Tausende Sadhus und Yogis sowie Millionen Pilger werden am Zusammenfluss der heiligen Flüsse Ganges und Yamuna ein rituelles Bad nehmen, um sich von ihren Sünden reinzuwaschen. Nach dem Besuch der Kumbha Mela reise ich ins bunte Rajasthan und werde dann noch das legendäre Yoga Festival in Rishikesh besuchen. Zwischendurch steht auch noch ein Besuch bei einem sehr guten Zahnarzt auf dem Programm. Falls jemand Lust auf ein Bad im Ganges hat oder eine günstige Krone braucht, dann meldet euch bei mir J

Zuletzt möchte ich mich noch ganz herzlich fürs Lesen meiner Newsletter bedanken und für das Vertrauen, das ihr mir entgegen gebracht habt - und natürlich auch für eure Unterstützung! Ich wünsche euch allen Frohe Weihnachten im Kreise eurer Lieben, erholsame Feiertage und einen "guten Rutsch" in eine Neue Zeit bzw. in ein wunderbares Neues Jahr!

Herzliche Grüße und alles Liebe
Rudolf (Mukti)

PS: Der gute Gani wartet jetzt in seiner Garage auf den nächsten Frühling, um mich bei meinen kommenden Fototouren durchs schöne Mühlviertel zu begleiten. Meine Heimatregion wird nämlich das nächste Vortragsthema sein. Nächstes Jahr geht es also zurück zu den Wurzeln – auch eine spannende Sache!


Schenkenfelden, 5.11.2012


Ich freue mich, dass ich nach meiner 9-wöchigen Asienreise, die mich nach Pakistan, China, Kirgisistan, Tadschikistan und Usbekistan geführt hat, wieder gut zu Hause angekommen bin. Einen Augenblick lang habe ich nämlich an meiner rechtzeitigen Rückkehr gezweifelt, als ich von Soldaten im Grenzgebiet von Usbekistan und Turkmenistan vorübergehend festgenommen worden bin. Ich war nämlich versehentlich in ein militärisches Sperrgebiet geraten, das nicht als solches gekennzeichnet war. Ein Soldat wollte mir meine geliebte Kamera entreißen, die ich allerdings erfolgreich verteidigen konnte. Am Kamerariemen zerrten sie mich dann zur nahegelegenen Kaserne. Da ich keine verbotenen Fotos gemacht hatte, gaben sie mir die Kamera zurück, boten mir Tee und Essen an und brachten mich in einem Polizeiauto zurück in die Wüstenstadt Khiwa. Von dort flog ich tags darauf in die Hauptstadt Taschkent und über Riga nach Wien. Abends kurvte ich bereits wieder im Taxi durch das nächtliche Linz und durfte nach 4 Stunden Fahrt eine Zwangspause einlegen und im Dunkeln einen Reifen wechseln – willkommen zuhause!

Derzeit bin ich fleißig am Zusammenstellen meines aktuellen Vortrags Faszination Seidenstraße - Auf den Spuren Marco Polos durch Zentralasien. Ein Teil der Einnahmen wird wieder dem Bau der Schule im Yasin Valley zugute kommen. Seit meinem Besuch im Juli ist bei den Bauarbeiten viel weitergegangen. Alle Klassenzimmer haben jetzt stabile Fußböden und den Schülerinnen und Schülern stehen jetzt endlich 4 neue Washrooms zur Verfügung. Und die Kleinen haben neue Schuluniformen bekommen, über die sie sich sehr freuen.



Ich freue mich sehr, dass ich durch meine Aktivitäten viel zur Freude der Schülerinnen und Schüler über ihre neue Schule beitragen konnte, und möchte mich an dieser Stelle bei all jenen sehr herzlich bedanken, die ihren Teil zum Gelingen dieses wunderbaren Bildungsprojekts beigetragen haben, denn das Recht auf Bildung für Mädchen ist in Pakistan leider keine Selbstverständlichkeit, wie der furchtbare Anschlag auf die 14-jährige Malala gezeigt hat. Nach der Übergabe der 9 neuen Klassenzimmer im Juli sind nun 13 von 15 Räumen der Schule fertig gestellt. Nächstes Jahr wird noch ein Computerraum mit Bibliothek sowie ein Lehrerzimmer gebaut werden. Für die Fertigstellung brauchen wir noch ca. 7000 Euro. Ein Teil wird durch Vorträge und Spenden zusammenkommen und ein weiterer Teil durch den Verkauf von symbolischen Bausteinen in Form von Schlüsselanhängern, die wir für 5, 10 und 20 Euro verkaufen. Produzent und Sponsor dieser originellen Anhänger ist die Firma Transparent Design in Linz, die wie auch letztes Jahr den Bau der Schule wieder mit einer großzügigen Weihnachtsspende in Höhe von 1000 Euro unterstützen wird – herzlichen Dank dafür!

Da derzeit noch einige Rechnungen offen sind, und die örtlichen  Unternehmer und Handwerker darauf vertrauen, dass sie ihr Geld wie versprochen noch dieses Jahr bekommen,  möchte ich euch daran erinnern, wie gut es uns hier im schönen und sicheren Österreich geht, und wie leicht wir anderen Menschen mit ein paar Euro gute Bildung und eine bessere Zukunft schenken können. In diesem Sinne zähle ich weiterhin auf eure Unterstützung für die Menschen im Yasin Valley, denen ich mich inzwischen schon sehr verbunden fühle, und bedanke mich im Voraus ganz herzlich für Spenden auf das Konto Nr. 2212215 bei der Raika Schenkenfelden, BLZ 34277. BIC und IBAN sowie die aktuelle Spendenliste finden sich auf der Website www.bildung-fuer-pakistan.at . Es besteht nun auch die Möglichkeit direkt über die Seite mittels Paypal zu spenden.

Ich hoffe, dass ich möglichst viele von euch bei einem meiner nächsten Vorträge sehen werde, wo es auch die buntschillernden Anhänger zu kaufen gibt. Gelegenheit dazu gibt es am Mittwoch, den 14.11. in Schenkenfelden, am 15. 11. in Freistadt und am 16.11. in Bad Leonfelden. Weitere Stationen in diesem Jahr sind Gallneukirchen (19.11.), Amstetten (20.11.), Bad Schallerbach (26.11.) und Lambach (29.11.). Einige Termine für 2013 gibt es auch schon. Weitere Vorträge werden rechtzeitig auf der Website veröffentlicht.

 

Bishkek/Kirgistan, 13.8.2012
Tja, ich bin wieder mal unterwegs - dieses Mal aber ohne meinen guten Gani! Der hat sich nämlich seine Auszeit zum 20. Geburtstag wahrlich verdient! Da er nach der Generalüberholung in Ungarn und der kunstvollen Bemalung in Pakistan in einem sehr guten Zustand ist, will ich ihm nun keine staubigen Pisten mehr zumuten und ihn auch nicht mehr dem oft wahnwitzigen Verkehr in asiatischen Städten aussetzen. Außerdem habe ich dieses Mal auch viel weniger Zeit zur Verfügung als im letzten Jahr.

(1) On the road again

Mein Flieger nach Islamabad ist am Montag, den 9. Juli leider ohne mich abgeflogen, da der Zug von Linz nach München eine Stunde Verspätung hatte. Ich durfte 250 Euro Umbuchungsgebühr bezahlen und 2 Tage später fliegen. Dafür bekam ich 10 kg Freigepäck extra, sodass ich für die 58 kg Gepäck (10 Laptops für die Schule!) nur 85 Euro draufzahlen musste. Die Tage dazwischen verbrachte ich bei meiner Schwester in Tirol. AmDonnerstag um 6:00 morgens bin ich schließlich in Islamabad gelandet. In der Nachbarstadt Rawalpindi habe ich einige Freunde besucht und bin anschließend in einem Bus 16 Stunden lang den Karakorum Highway entlang gefahren, der immer noch in einem sehr schlechten Zustand ist.

(2) Eröffnung der World Roof Public School in Pakistan

Von Gilgit bin ich mit einem Jeep ins Yasin Valley nach Hundur gefahren. Am Dienstag, den 17.7. haben wir während einer feierlichen Zeremonie die 9 neuen Klassenzimmer den Schülerinnen und Schülern übergeben. Es waren sehr berührende Momente für mich, die ich gerne mit euch in Form eines Fotoalbums teilen möchte:

https://fotoalbum.web.de/ui/external/o9OiVC16TGyFt_LSw8ztyQ31903

Tags darauf haben wir mit mehr als 100 Schülerinnen und Schülern in 4 ziemlich ueberfuellten Minibussen einen schönen Ausflug ans Talende nach Darkut gemacht. Die meisten Schülerinnen sind mir gegenüber inzwischen schon recht offen, sodass wir alle viel Spaß miteinander hatten. Hier sind die Fotos von diesem Ausflug:

https://fotoalbum.web.de/ui/external/o9OiVC16TGyFt_LSw8ztyQ31903

Die Website der World Roof Public School ist inzwischen auch schon auf Englisch verfügbar. Es gibt dort nun auch eine englische Version unseresFlyers, die mir sehr gut gefällt. Durch mein Abschiedsfest am Sonntag vor meiner Abreise sind mehr als 500 Euro reingekommen, sodass bis jetzt schon mehr als 22.000 Euro für die Schule zusammengekommen sind, die ihr hier sehen könnt. An dieser Stelle ganz herzlichen Dank an alle Spenderinnen und Spender!

23 gu



(3) Vorträge

Nach meiner Rückkehr werde ich wieder Vorträge über meine jetzige Reise machen, damit die restlichen 5-7000 Euro für die Fertigstellung der Schule zusammenkommen. Derzeit bin ich in Bishkek, der Hauptstadt Kirgistans, nachdem ich nach der Eröffnung der Schule mit meinem Freund Muhammad Karim, der für den Bau der Schule zuständig ist, durch das Hunza Tal nach Kashgar in China gereist bin. Von dort bin ich alleine nachOsh in Kirgistan weitergefahren. In der Nähe des Issyk Köl Sees, des zweitgrößten Bergsees nach dem Titicaca See, und in den umliegendenBergen habe ich zwei tolle Festivals mit Reiterspielen und Adlerjagd miterlebt. Morgen geht es dann entlang der Seidenstaße nach Osh und weiter in das Pamir Gebirge. Ob ich nach Tadschikistan einreisen und über den Pamir Highway nach Duschanbe reisen kann, ist derzeit äußerst ungewiß, da der östliche Grenzübergang wegen Kämpfen zwischen Fundamentalisten und der Armee gesperrt ist. Es hat vor 3 Wochen 50 Tote gegeben, derzeit herrscht aber Waffenstillstand. Von Duschanbe geht es dann - inshallah - weiter nach Samarkand, Chiwa und Buchara in Usbekistan. Am 13. September fliege ich schließlich von Tashkent über Riga nach Wien. Wenn alles klappt, treffe ich mich in Usbekistan mit meiner Schwester Susie, worauf ich mich schon sehr freue.

Die ersten Termine meiner Seidenstraße & Pamir- Vorträge stehen bereits fest:

Dienstag, 20. November um 19:30 im Rathaussaal in Amstetten
Donnerstag, 29. 11. um 19:00 im Rossstall in Lambach

Weitere Termine sind ab Oktober auf meiner Website www.rudolf-gossenreiter.at zu finden.
Ich hoffe, dass ich möglichst viele von euch bei einem meiner nächsten Vorträge sehen werde
und grüße euch ganz herzlich aus dem angenehm warmen Bishkek und wünsche euch einen schönen Sommer!
Euer Mukti

 

Schenkenfelden, 3.7.2012

Ich freue mich sehr, dass beim Bau der Schule in Pakistan sehr viel weitergegangen ist! 9 weitere Klassenzimmer der WORLD ROOF PUBLIC SCHOOL im Yasin Valley werden bald fertig sein. Heute habe ich Fotos von der Schule bekommen, die mich sehr berührt haben. Der Dachstuhl ist bereits drauf und in ein paar Tagen wird auch das Blechdach fertig sein.

Hier gibt es noch weitere Bilder zum Anschauen:

http://rudolf-gossenreiter.magix.net/meine-alben/!/oa/6550512/

Muhammad Karim, der Managing Director, hat sehr gute Arbeit geleistet und vorgestern 3 Tonnen Baumaterial (vor allem Türen und Fenster sowie Blechteile) von Gilgit nach Hundur gebracht. Für die 150 Kilometer durch die Berge brauchten sie  mehr als 10 Stunden und hatten 4 Reifenpannen!

Um die restlichen 3 Klassenzimmer, die sanitären Anlagen und den Innenausbau der 9 neuen Räume fertig zu stellen brauchen wir noch 5-7000 Euro. Bis jetzt sind mehr als 20.000 Euro an Spenden reingekommen, worüber ich mich sehr freue. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Spenderinnen und Spendern ganz herzlich bedanken!

Am Montag, den 9. Juli, fliege ich nach Pakistan und freue mich schon sehr auf das Wiedersehen mit meinen pakistanischen Freunden und den Schülerinnen und Schülern in Hundur. Muhammad ist vor kurzem übrigens stolzer Vater einer Tochter geworden. Ich werde einige Geschenke für Sajil mitnehmen und so viele Laptops wie möglich für die Schülerinnen.  

Außer Laptops brauchen wir derzeit vor allem Geld für die Fertigstellung der  sanitären Anlagen und die Bezahlung der Blechteile fürs Dach, für die uns der Händler eine Zahlungsfrist von einem Monat eingeräumt hat. Ich bin daher für jede noch so kleine Spende dankbar, damit wir Mitte Juli die 9 Klassenzimmer und die 4 neuen Washrooms den Schülerinnen und Schülern übergeben können. Weitere Möglichkeiten zur Unterstützung der Schule finden sich im neuen Flyer. Dieser befindet sich auf der Homepage unseres Vereins Bildung für Pakistan,  auf der auch die aktuelle Spendenliste zu finden ist:

www.bildung-fuer-pakistan.at

Anschließend reise ich mit Muhammad und seinem Cousin Karim Shah entlang des Karakorum Highways nach Kashgar in China. Alleine geht es dann weiter nach Kirgistan und entlang des Pamir Highways durch Tajikistan. Danach freue ich mich auf die sagenumwobenen Städten Buchara und Samarkand in Usbekistan. Am 13. Juli fliege ich dann von Tashkent über Riga nach Wien. Über meine Erlebnisse und Abenteuer werde ich ab November berichten.  Einige Vortragstermine sind bereits fix und auf meiner Homepage eingetragen.

Ich hoffe, dass ich möglichst viele Besucherinnen und Besucher meiner Seite bei einem meiner Vorträge sehen werde, und freue mich auf tatkräftige Unterstützung zur Fertigstellung meines Herzensprojekts!

Herzlichen Dank im Voraus und sommerliche Grüße aus dem Mühl4tel!
Mukti & Gani

PS: Gani wird heuer 20 und hat sich somit eine Auszeit verdient!

 

Schenkenfelden, 20.3.2012

Endlich ist der Frühling da!  Die Tage werden spürbar länger, und die Sonne bringt uns nun endlich mehr Wärme und Lebensfreude. Die Vortragsaison neigt sich nun allmählich dem Ende zu, und ich freue mich sehr, dass durch meine Vorträge mehr als 3000 Euro für den Bau der Schule zusammengekommen sind. Jetzt brauchen wir noch ca. 5000 Euro, um die Schule fertig zu stellen. Bei meinem letzten Vortrag in Gutau sind dank der fantastischen Unterstützung einiger Freunde, des Pfarrers und des Bürgermeisters 400 Euro reingekommen. Wenn die Spendenfreudigkeit bei den nächsten Vorträgen weiterhin so groß ist, rückt der Termin der Fertigstellung immer näher. Ich bin daher sehr zuversichtlich, dass wir die Schule im Sommer eröffnen können, und hoffe, dass wir mit den nächsten Vorträgen und Spenden bald die magische 20.000 Euro-Grenze erreichen! Hier ein Überblick über die bisherigen Spenden: 

http://www.bildung-fuer-pakistan.at/spend.php

Vorträge: Wer Gani und mich noch live erleben und mit seinem Eintrittsgeld den Bau der Mädchenschule im Yasin Valley unterstützen will, hat dazu noch folgende Möglichkeiten:

20.3. Altenberg (Pfarrheim, 19:30)
21.3. Kremsmünster (Pfarrheim, 19:30)
11.4. Ried/Innkreis (BZ St. Franziskus, 19:00)

Laptops: Wer einen alten Laptop zuhause hat und damit Gutes tun will: Bitte bei mir melden oder am besten direkt zum Vortrag mitnehmen - danke! Einige Laptops habe ich bereits gespendet bekommen. Diese werde ich im Sommer nach Pakistan mitnehmen. Dieses Mal werde ich schweren Herzens ohne Gani reisen, denn mit dem Flugzeug geht es schneller und vor allem auch billiger! Allerdings kann ich im Flieger nicht mehr so viele Laptops mitnehmen wie letztes Mal mit Gani.

Pakistanreise: Da ich die Schule mit möglichst vielen Laptops ausstatten will, wäre es natürlich super, wenn einige von euch mit mir nach Pakistan fliegen würden, um mich beim Transport der Laptops zu unterstützen. Wir besuchen dann gemeinsam die Schule und sind Ehrengäste bei der feierlichen Eröffnung. Nähere Einzelheiten über diese interessante Reise ins Yasin Valley und zu den Hunzas im Anhang und unter 

http://www.rudolf-gossenreiter.at/resib.php

hunza

Mitgliedschaft: Wer durch seine/ihre Mitgliedschaft bzw. seinen/ihren Mitgliedsbeitrag den Bau der Schule unterstützen will, kann sich über das Online-Formular auf unserer Homepage "Bildung für Pakistan" anmelden. Der Mitgliedsbeitrag kommt dem Bau der Schule und der Förderung bedürftiger Schülerinnen zugute, deren Eltern sich das monatliche Schulgeld von 2-3  Euro nur schwer leisten können. Der jährliche Mitgliedsbeitrag beträgt 50 Euro. Die Mitgliedschaft wird nach Einzahlung des Mitgliedsbeitrages wirksam und verlängert sich automatisch um ein weiteres Jahr, wenn nicht 2 Monate vor Jahresende schriftlich gekündigt wird. Hier geht´s zur Anmeldung:

http://www.bildung-fuer-pakistan.at/form.php

Als kleines Dankeschön bekommen die ersten 10 Mitglieder eine DVD von meiner letzten Pakistanreise zugeschickt:-)

Spenden: Wer nicht Mitglied werden will und trotzdem gerne einen persönlichen Beitrag zum Bau der Schule leisten möchte, kann dies durch eine Spende auf das Bildung für Pakistan-Konto bei der Raiffeisenbank Schenkenfelden tun:

Kontonummer: 2.212.215
BLZ: 34277

Ich bedanke mich für eure Aufmerksamkeit und Unterstützung und wünsche euch mit Gani einen wunderbaren Frühlingsbeginn!
Mukti & Gani

 

Schenkenfelden, 2.3.2012

Inzwischen bin ich nun schon wieder 3 Monate zuhause und habe mich gut eingelebt im winterlichen Österreich. Im Grunde genommen tue ich hier ja fast das Gleiche wie auf meinen Reisen: Ich fahre mit dem Auto durch die Gegend! - Nachdem wir (Gani und ich) am Donnerstag, dem 1. Dezember gut im Mühlviertel angekommen sind, bin ich am Freitag, dem 2. Dezember bereits im Taxi gesessen und in Linz durch die nächtlichen Strassen gekurvt. Bei meinen nächtlichen Touren bin ich allerdings nicht mit meinem buntbemalten Gani unterwegs sondern mit einem silberfarbenen A6, der vor allem bei jugendlichen Nachtschwärmern sehr gut ankommt. Nach 2 Wochen intensiven Taxifahrens habe ich dann am 15.12. meinen ersten Vortrag in St. Georgen an der Gusen gehalten, zu dem 50 Zuschauer gekommen sind. Kurz zuvor hatte ich Gelegenheit auf Radio OÖ über meine Reise zu sprechen. Danach gab es einige interessante Presseberichte über meine Reise und meine Projekte, die zusammen mit dem Radio-Interview auf meiner Website zu finden sind:

http://www.rudolf-gossenreiter.at/presse.php
http://www.rudolf-gossenreiter.at/radio.php

Inzwischen habe ich bereits 14 Vorträge gehalten, zu denen im Schnitt 50 Leute gekommen sind. Meine Bilder und Erlebnisse kommen gut an und mir macht das Präsentieren Freude, obwohl das Organisieren von so vielen Vorträgen sehr zeitaufwendig ist. Durch die Einnahmen aus meiner Vortragstätigkeit sowie durch Spenden sind seit Dezember an die 4000 Euro auf dem Spendenkonto "Bildung für Pakistan" gelandet. 2000 Euro habe ich im Jänner nach Pakistan überwiesen, womit demnächst Zement und Ziegeln für den Bau der Schule gekauft werden. Die aktuelle Spendenliste findet sich unter

http://www.bildung-fuer-pakistan.at/spend.php

Am 20. Jänner hatten wir dann unsere erste Vereinssitzung, zu der außer den 5 Vorstandsmitgliedern Sabine Perfahl, Susanne Stadler, Norbert Krennmair, Gerhard Scheuchenstuhl und mir auch Bert und Ralf dabei waren, die mit mir letztes Jahr in Pakistan waren. Nach einem köstlichen Abendessen im Hause unserer Kassierin Susanne haben wir auf meinen Geburtstag angestoßen und danach einige Punkte zum Thema Verein und Schule besprochen.

newsimg3

Hier im Überblick die wichtigsten Beschlüsse:

Der jährliche Mitgliedesbeitrag beträgt 50 Euro.
Der Mitgliedsbeitrag kommt dem Bau der Schule und der Förderung bedürftiger Schülerinnen zugute, deren Eltern sich das monatliche Schulgeld von   2-3  Euro nur schwer leisten können.
Unser Wunsch und Ziel ist es, bis Jahresende 50 Mitglieder zu haben. Wer durch seine/ihre Mitgliedschaft bzw. seinen/ihren Mitgliedsbeitrag den Bau der Schule unterstützen will, kann sich über das Online-Formular auf unserer Homepage "Bildung für Pakistan" anmelden. Die Mitgliedschaft wird nach Einzahlung des Mitgliedsbeitrages wirksam und verlängert sich automatisch um ein weiteres Jahr, wenn nicht 2 Monate vor Jahresende schriftlich gekündigt wird. Hier geht´s zur Anmeldung:

http://www.bildung-fuer-pakistan.at/form.php

Als kleines Dankeschön bekommen die ersten 10 Mitglieder eine DVD von meiner letzten Pakistanreise zugeschickt:-)

Wer gerne einen meiner aktuellen KARAKORUM-Vorträge live erleben möchte, hat dazu noch mehrere Gelegenheiten:

06.3. Vöcklabruck (Bildungshaus St. Klara)
14.3. Sarleinsbach (Pfarrheim)
15.3. Gutau (Pfarrsaal)
20.3. Altenberg (Pfarrheim)
21.3. Kremsmünster (Pfarrheim)
11.4. Ried (BZ St. Franziskus)

Die Vorträge beginnen alle um 19:30. Nähere Informationen findet ihr im angehängten Flyer sowie auf meiner Homepage

www.rudolf-gossenreiter.at

Wer nicht kommen kann, kann sich einen Teil meines Vortrags auf Video anschauen. In Gmunden hat nämlich das Regionalfernsehen salzi tv einen sehr gelungenen Bericht über meinen Vortrag und meine Projekte gemacht, den ihr euch hier ansehen könnt:

http://www.salzi.tv/video/rudolf-gossenreiter-und-das-karakorum/9bebff9b7309a25d2d56681aeebd5976

Nun noch kurz zu Ganis Befinden: Die eisige Kälte im Februar hat Gani gar nicht gefallen, da er sich in wärmeren Gefilden wesentlich wohler gefühlt hat. Wir haben nach gröberen Startschwierigkeiten in einer tschechischen Werkstatt neue Glühkerzen reingeschraubt und einen neuen Schalter unterhalb des Zündschlosses eingebaut. Seither funktioniert das Abblendlicht wieder einwandfrei - hurra!

Ein paar Tage später habe ich mir dann die Gangschaltung überholen und einen neuen Schalthebel einbauen lassen. Seither lässt sich Gani wieder butterweich schalten - ein tolles Gefühl:-) Bei diesem Werkstattbesuch haben wir auch einige Dichtung bei der Einspritzpumpe erneuert, sodass Gani bis auf eine gebrochene hintere Feder wieder topfit ist. Hinten kommen dann demnächst zwei neue Federn rein. Dass hinten 2 gebrochene Federn drin waren, haben wir erst kürzlich beim Reifenwechsel entdeckt. Bei den Straßen und Pisten, die wir befahren haben, wahrlich kein Wunder!

Bei meiner nächsten Asienreise wird Gani allerdings zuhause bleiben, da ich ihm keine größeren Strapazen mehr zumuten möchte. Ich werde heuer im Sommer wahrscheinlich nach Pakistan fliegen und bei der Schuleröffnung dabei sein. Danach möchte ich über den Karakorum Highway bis Kashgar in China reisen. Von dort möchte ich dann nach einem Abstecher nach Tadschikistan durch Tibet nach Nepal reisen. Wer Interesse an einer spannenden Reise zu den Hunzas in Nordpakistan und eventuell auch nach China hat - bitte bei mir melden, damit wir ein Gruppenvisum für Tibet beantragen können!

Ich hoffe, dass ich möglichst viele von euch bei einem meiner Vorträge sehen werde und freue mich schon zahlreiche neue Mitglieder!

Liebe Grüße aus Schenkenfelden und bis bald hoffentlich!
Mukti & Gani

 

Schenkenfelden, 7.12. 2011

Ich habe es geschafft: ich bin wieder zuhause! Leider fühle ich mich nach meiner Marathon-Fahrt von Pakistan nach Österreich noch recht müde - 7000 Kilometer in weniger als 9 Tagen sind eben eine gewaltige Distanz! Früher war ich Marathonläufer - jetzt bin ich eben „Marathonfahrer“!

Ich hatte Glück in Quetta, dass ich den richtigen Mechaniker und den richtigen Platz zum Reparieren gefunden habe. Am Sonntag hat der junge "Mr. Turbo" gemeinsam mit seinem Bruder das Getriebe heruntergeschraubt. Und ich hatte wiederum Glück, dass wir den kaputten Teil - das Ausrücklager an der Kupplung - als Originalteil in Quetta gefunden haben. Dieser Teil kostet keine 20 Euro; nur hat der Mechaniker in Ungarn anscheinend beim Kupplungswechsel ein minderwertiges Lager eingebaut oder es lag ein Materialfehler vor - grrrr! Insgesamt kostete mich die Reparatur zwar nur 50 Euro, aber viel Zeit und Nerven!

Am Montag ließ ich mir das pakistanische Visum nochmals verlängern und bekam zur Ausnahmegenehmigung für Ganis langen Aufenthalt in Pakistan (es sind nur 3 Monate erlaubt) vom Zollbüro nochmals eine Sondergenehmigung. Dienstag hielt ich dann endlich das iranische Visum in meinen Händen. Per Polizeieskorte ging es dann nach einigen Verzögerungen durch die Behörde erst um 14:00 von Quetta aus Richtung Westen. Um 21:00 übernachtete ich bei einer Polizeistation. Als ich den Motor abstellte, fiel das Licht aus!

Nächsten Tag ging´s per Polizeieskorte weiter bis zur Grenze in Taftan. Grenzübertritt war ganz easy, und danach ging´s im Iran mit einem Soldaten als Begleitschutz in meinem Auto ca. 70 Kilometer weiter nach Zahedan. Dort bekam ich keinen Diesel mehr an der Tankstelle, da meine alte Dieselkarte vom Juli anscheinend abgelaufen war. Auf dem Schwarzmarkt trieb ich mit einem Polizisten in Zivil Diesel auf, und danach ging´s per Polizeieskorte weiter. Auf die nächste Eskorte mussten wir dann fast eineinhalb Stunden warten. Das war kein Spaß, da es ziemlich kalt war. Und in den nächsten Tagen wurde es immer kälter. Danach klappte es besser mit den Eskorten, aber ich kam erst um 3:30 im Akbar Guesthouse in Bam an (10 Stunden für 400 km!).

Im Iran gibt es im Vergleich zu manchen Strassen in Pakistan (siehe unten) gute Strassen, sodass ich gut vorankam.

Mehr als 100 km/h wollte ich Gani allerdings nicht zumuten. An den Tankstellen bekam ich dann auch ohne Karte problemlos Diesel, allerdings ist die Sprit-Qualität im Iran ziemlich schlecht. Aber was darf man sich bei 25 Cent pro Liter schon erwarten? - Auf den Bergen lag schon Schnee. Tagsüber schien meist die Sonne, aber nachts war es mit bis zu - 10 Grad bitterkalt. Gut, dass ich meinen dicken Schlafsack mit dabei hatte! Um 17:00 wurde es finster, und nachts bin ich dann mit meinen beiden nicht sehr hellen Breitstrahlern gefahren, da ja das Abblendlicht nicht funktioniert hat. Als dann auch noch das Heizungsgebläse und der Scheibenwischer nicht funktionierten, wurde ich etwas unruhig, denn ohne Heizung - nein danke! Nach einem Zwischenstopp in Esfahan habe ich einige Kabel umgesteckt - leider ohne Erfolg. Die Sicherungen waren alle okay - das hat dann auch ein Elektriker festgestellt. Per "Zufall" hat er dann das Licht wieder zum Leben erweckt. Der Trick bestand nun darin, dass ich das Licht einschalten und danach den Hebel fürs Abblendlicht kurz drücken musste. Danach hatte ich Licht und es wurde schön warm im Auto!

In Tabriz habe ich Freunde besucht und von dort aus die Datei zum Druck meines aktuellen KARAKORUM Vortrags an die Druckerei geschickt. (Das Plakat war dann übrigens einen Tag schneller zuhause als ich!) Ich bin dann ganz bewusst nachts über die iranisch/türkische Grenze, da man um 4:00 morgens normalerweise kaum kontrolliert wird. Insgesamt hat der Grenzübertritt fast 3 Stunden gedauert und ich habe vor allem auf der türkischen Seite ordentlich gefroren, weil ich noch an die angenehmen Temperaturen aus Pakistan gewohnt war. In 2 Tagen bin ich dann bis Istanbul durchgefahren. Beim Tanken sind mir allerdings fast die Tränen gekommen, denn 1 Liter Diesel kostet in der Türkei 1,70 Euro! Auf den letzten 6000 Kilometern war ich gemeinsam mit einem Pärchen aus Vorarlberg unterwegs, die ebenfalls in einem T3 Bus unterwegs waren und aus dem Iran kamen.

Wir übernachteten kurz vor Istanbul und im morgendlichen Berufsverkehr ging´s dann über die gewaltige Bosporusbrücke von Asien nach Europa. Es war ein schönes Gefühl, wieder in Europa zu sein und zu wissen, dass es bis Österreich nur mehr 2 Tage sind. Der Grenzübertritt nach Bulgarien war recht easy. Die Strecke durch Serbien wollte ich mir sparen, da ich in einer meiner 3 Kisten auf dem Dach ein besonderes Geschenk aus dem Yasin Valley hatte, das ich normalerweise nicht über die Grenzen hätte bringen dürfen. Darum bin ich über Rumänien und Ungarn ausgewichen. Von der Idee her eine tolle Sache, nur habe ich nicht gewusst, dass mich die kurze Fahrt mit der Fähre über die Donau 46 Euro kosten würde! Auf der rumänischen Seite durfte ich dann noch 10 Euro Hafengebühren bezahlen:-(

In Rumänien habe ich auf einem LKW-Parkplatz übernachtet und bin dann schon um 5:00 losgefahren, da ich dringend aufs Klo musste. Eine halbe Stunde später ist mir dann das Abblendlicht gänzlich ausgefallen, nachdem die lange Fahrt sonst ganz problemlos verlaufen war. - Ach ja, in Tabriz bin ich draufgekommen, dass der Ganghebel wieder abgebrochen war! Allerdings war das Stück Metall, das wir als Verbindungsstück zwischen den beiden Teilen des Schalthebels verwendet haben, so stabil, dass es bis Österreich durchgehalten hat! Ich brauchte den oberen Teil nur auf den unteren Teil draufstecken, und konnte wieder schalten. - Ich bin dann eben wieder mit den Breistrahlern gefahren, bis es hell geworden ist. Per Navi bin ich dann durch Ungarn gefahren. Ich wollte nach Graz, um Freunde zu besuchen, und um Andi die Einspritzpumpe zurückzugeben, die er mir geborgt hatte. Zu meinem Entsetzen schickte mich das Navi nach Slowenien, um von dort über Maribor nach Graz zu kommen! In Slowenien fiel dann auch noch der linke Breitstrahler aus, aber ich habe es dann bis 19:00 nach Graz geschafft! In Graz genoss ich bei Christa und Karli österreichische Gastfreundschaft und den Luxus einer herrlich warmen Badewanne. Vor lauter Müdigkeit bin ich dann in der Badewanne (kurz?) eingeschlafen:-)

Tags darauf habe ich auf dem Weg nach Hause meine Tante in Bad Aussee besucht und abends noch bei meinem Chef vorbeigeschaut. Naja, tags darauf bin ich dann schon in seinem Taxi gesessen, denn mein Kontostand schaut gar nicht gut aus! Weihnachtliche Ruhe ist mir allerdings keine gegönnt, denn gestern haben wir die Schul-Website

www.bildung-fuer-pakistan.at

aktualisiert, und jetzt bin ich gerade dabei, meine Fotoshow für meinen nächsten Vortrag am Donnerstag, den 15. 12. in St. Georgen im Heimathaus zusammenzustellen. Der Beginn ist um 19:30; Eintritt: freiwillige Spenden. Die weiteren Vortragstermine könnt ihr ja auf meiner neuen Website sehen:

www.rudolf-gossenreiter.at

Ich freue mich schon auf ein Wiedersehen mit möglichst vielen von euch und wünsche euch eine schöne und besinnliche Adventzeit!
Mit einem noch etwas müden aber insgesamt recht zufriedenen Lächeln,
Mukti & Gani

 

Quetta, 17.11.2011

Eigentlich wollte ich zu diesem Zeitpunkt nicht in Pakistan sondern schon im schönen und sicheren Österreich sein! Und wahrscheinlich dauert es noch einige Zeit, bis ich wieder zuhause bin, denn am Dienstag ist meine Kupplung kaputt gegangen. Als ich bei einer Mautstelle stehen geblieben bin, hat es plötzlich einen lauten Schnalzer gemacht und der Motor ist abgestorben! Das Kupplungspedal ließ sich nicht mehr betätigen, sodass ich den 1. Gang reingedrückt habe und damit 5 Kilometer bis zu einer Werkstatt getuckert bin. Dort hat dann ein trotteliger Mechaniker das Pedal mit Gewalt durchgetreten, sodass Flüssigkeit ausgeronnen ist, weil eine Leitung geplatzt ist. Ich war stinksauer auf den Typen und habe dann mit etwas Glück den 2. Gang reingekriegt und bin dann ohne Stopp 120 Kilometer weit gefahren. Mit einer Geschwindigkeit von ca. 35 km/h hat man jede Menge Zeit sich die Gegend anzuschauen, nur kommt man halt sehr langsam weiter. Nach 120 Kilometer musste ich den Motor abwürgen, weil mich ein langsamer Lkw behindert hat. 30 Kilometer vor Quetta bekam ich wieder Polizeibegleitung. Die letzten 5-6 Kilometer bis ins Hotel fuhr ich dann im 1. Gang, da das Wegfahren mit der Zweiten sehr problematisch ist.

Die Sicherheitslage ist in Pakistan derzeit recht angespannt, sodass ich mehrere Male Polizeibegleitung hatte. Am Samstag, den 12. 11. bin ich von Islamabad aufgebrochen und habe einen Freund in Khewra besucht, wo ich mir die zweitgrößte Salzmine der Erde angeschaut habe. Von dort kommen die vielen Salzlampen und auch das "Himalaya Kristallsalz" her. Von dort bin ich abseits der großen Straßen Richtung Süden gefahren. Es gab viel zu sehen - aber auch viele schlechte Straßen zu befahren. In der Nähe von Multan bin ich über den Indus und habe ab dort für ca. 500 Kilometer Polizeibegleitung bekommen, da die Gegend um D.G. Khan als sehr fundamentalistisch gilt. Fotografieren ist dort problematisch und nicht ratsam. So gesehen war ich froh über meine Begleiter, die mir in ihrem Streifenwagen vorausgefahren sind, sodass ich nie nach dem Weg fragen musste. Die Begleitung ist kostenlos, und die Polizisten wechseln sich an den Reviergrenzen ab. Die Fahrtgeschwindigkeit ist recht unterschiedlich: je nach Alter und Temperament des Fahrers - und Zustand des Autos! Mit einem Hunderter durch die Gegend zu gasen und auf Teufel komm raus zu überholen, macht Spaß:-) Beim Autofahren in Pakistan gibt es kaum Regeln und somit wesentlich mehr Freiheiten als bei uns zuhause!

Im Norden hatte ich auch mehrere Tage Polizeibegleitung, da einige Wochen zuvor Kämpfer der Taliban über die afghanische Grenze gekommen waren und Soldaten und Polizisten getötet haben. In Chitral hat man mir 2 junge Polizisten zugeteilt, mit denen ich in die Täler der Kalash gefahren bin, einer hellhäutigen Minderheit mit eigener Religion und Kultur. Letztes Jahr ist in einem von den 3 von den Kalash bewohnten Tälern ein Ausländer entführt worden, sodass Touristen dort nicht mehr übernachten dürfen. Ich habe im Birir Valley zu meiner großen Freude meine 3 einheimischen Freunde wieder getroffen, mit denen ich 2007 zusammen war. Safaraz ist inzwischen schon verheiratet, Haroon steht kurz davor und Islamuddin handelt immer noch mit Haschisch, um seine 5-köpfige Familie durchzubringen. Die Polizei hat uns dann bis zum Malakand Pass kurz vor Peshawar eskortiert. Ins Swat Valley durfte ich leider nicht rein, da es dort letztes Jahr heftige Kämpfe zwischen Armee und Taliban gegeben hat.

Aber Gott sei Dank hat es auch eine entspannte Zeit in den Bergen ohne Polizeibegleitung gegeben. Einige regnerische Tage in Gilgit habe ich zum Schreiben meiner Newsletter und dem Versenden von Fotos genützt. Danach bin ich mit einem deutschen Journalisten, der bereits  vor 35 Jahren das erste Mal in Pakistan war, für einige Tage ins Hunzatal gefahren - dieses Mal wegen des schlechten Straßenzustandes ohne Gani. Das war gut so, denn wegen einer Mure mussten wir unseren Kleinbus verlassen, über das Geröll drübergehen und auf der anderen Seite in einen bereits dort wartenden Toyota Hiace einsteigen. Danach stiegen wir in einen Jeep, der uns in einer atemberaubenden Fahrt über die 150 Meter hohe Geröllhalde zum Atabad Lake brachte. Der ist durch einen gewaltigen Bergrutsch entstanden und blockiert den Karakorum Highway. Mit einem Boot fuhren wir den 25 km langen Stausee entlang. Da das Wetter sich wieder verschlechterte, kehrten wir nach einigen Tagen Aufenthalt in Gulmit und Passu wieder nach Gilgit zurück. Mit einem einheimischen Freund fuhren wir ins Ishkoman Valley und verbrachten dort einige angenehme Tage im Kreise seiner Familie. Abends gab es uns zu Ehren eine spontane Tanzveranstaltung in seinem aus Lehm und Holz gebauten Haus. Zu unserer großen Überraschung tanzte auch die Mutter unseres Freundes Dildar bei seinem wilden Tanz mit! Bei meinem Tanz tanzte seine Schwester mit! Dass Männer und Frauen gemeinsam tanzen, habe ich nur im oberen Teil des Ishkoman Valleys erlebt, wo die Menschen eine ganz eigene Kultur und Sprache haben (Wakhi). Im Nachbardorf von Borth hatte ich dann ein ganz spezielles Erlebnis: Ich habe einem Mann eine Brille geschenkt, der (angeblich) 105 Jahre alt ist!

Von Ishkoman ging es weiter ins nahe Yasin Valley, wo wir bei Muhammeds Familie übernachteten und die neue Schule besichtigten. Beim Abschied von meinen Freunden in Hundur hatte ich feuchte Augen, da sie mir sehr ans Herzen gewachsen sind und mir dieses schöne Tal mehr oder weniger zur zweiten Heimat geworden ist. Die entspannte Fahrt bei herrlichem Wetter entlang des wunderschönen Ghizer Valleys ließ mich den Abschiedsschmerz wieder vergessen. Übernachtet haben wir bei einer Familie, bei der ich schon 2007 übernachtet habe. Die meisten Menschen in diesem Tal gehören der sehr toleranten Glaubensgemeinschaft der Ismaelis an. Ihr spiritueller Führer ist der reiche Aga Kahn. Seine Hilfsorganisation hat im Norden Pakistans viele Schulen gebaut und zahlreiche Projekte wie den Bau von Wasserleitungen und Brücken ins Leben gerufen. Die Menschen im Yasin und Ishkoman Valley sowie die Hunzas sind zum Großteil Ismaelis, sodass man sich hier als Reisender sehr sicher und willkommen fühlt.

Nach der Überquerung des 3500 Meter hohen Shandur Pass, wo jedes Jahr im Juli das höchstgelegene Polo-Festival stattfindet, ging es durch ein ebenfalls sehr schönes Tal mit schneebedeckten Gipfeln weiter nach Chitral, das hauptsächlich von Sunniten bewohnt wird. Die Menschen in dieser abgelegenen Region, die im Winter oft vom restlichen Pakistan abgeschnitten ist, da es nur 2 Straßenverbindungen gibt, sind ebenfalls sehr gastfreundlich. Nur sieht man hier kaum Frauen auf den Straßen. Deshalb ist für jeden Reisenden der Besuch bei den unverschleierten Kalash eine wahre Freude.

Nach unserer Zeit mit ständiger Polzeibegleitung verbrachten wir einige Tage im nur 40 Kilometer von der afghanischen Grenze entfernten Peshawar. Peshawar ist eine Stadt mit einem ganz speziellen Flair, mit buntbemalten Bussen und vielen freundlichen Menschen. Allerdings gibt es auch einige misstrauische darunter, die mich gefragt haben: "Why are you taking photos?" Aufgrund von Spionagetätigkeiten und Bombenanschlägen keine ganz unberechtigte Frage aus Sicht der Pakistanis. Ich bin dann alleine weiter nach Islamabad gefahren, wo ich den von mir so geschätzten Campingplatz fast ganz leer vorgefunden habe! Derzeit ist Pakistan bei Reisenden ziemlich "out", denn in den nächsten Wochen sind kaum Traveler hier angekommen. Ich habe durch meinen Freund Moqeem, der mit VW Teilen handelt, eine gute Werkstätte (MS Motors) gefunden, die meinen Gani wieder auf Vordermann gebracht hat, ihn von seinen Roststellen befreit und ihn teilweise neu lackiert haben. Nach den 10 Tagen in dieser Werkstatt ging es gleich weiter zum nächsten Workshop bei Al Habib, der meinen Gani kunstvoll bemalt hat. Das Design dafür habe ich gemeinsam mit einem Grafiker entworfen, der auch meine neue Website gemacht hat. Zeeshan hat echt gute Arbeit geleistet. Die Zusammenarbeit mit ihm machte mir Freude, da er gut und schnell arbeitet. Hier könnt ihr euch die beiden Websites anschauen, die wir miteinander gestaltet haben:

www.rudolf-gossenreiter.at
www.bildung-fuer-pakistan.at

Wie bereits erwähnt, sind die ersten 4 Klassenzimmer in der neuen Schule bereits bezogen worden. Mit den letzten 1500 Euro an Spendengeldern konnte Muhammed Karim den Großteil der Rechnungen für das Dach und den Innenausbau bezahlen. Allerdings sind noch Arbeitsleistungen und Materialien im Wert von ca. 300 Euro offen. Ich bedanke mich im Voraus bei allen von euch, die durch ihre Spende die Rechnungen begleichen helfen und damit Zukunft schenken. Damit ihr wisst, wofür ihr spendet, sind hier die 4 neuen Klassenzimmer zu sehen.  Und hier sind die Daten des Spendenkontos „Bildung für Pakistan“:

Kontonummer: 2.212.215    BLZ: 34277

Zum Schluss noch ein kurzer Lagebericht: Gestern haben wir den vorderen Kupplungszylinder repariert, den ja ein gefühlloser Mechaniker buchstäblich "zertreten" hat. Morgen müssen wir dann das Getriebe abnehmen, da ein Teil der Kupplung defekt ist. Das dauert dann sicher noch ein paar Tage, bis alles repariert ist, falls wir die passenden Teile auftreiben können. Geduld ist also angesagt. - Kaum zu glauben, aber gestern habe ich endlich den Code für mein iranisches Visum bekommen, nachdem so ziemlich alles schief gegangen ist mit dieser iranischen Visa Agentur. Da die Bezahlung mit Western Union nicht geklappt hat, sollte ich gestern das Geld auf eine Bank nach Thailand überweisen. Für einen Ausländer eine mühsame und unmögliche Sache, wie sich später herausstellte. Den Betrag überweist jetzt ein iranischer Freund auf das Konto der Agentur im Iran. Die Freude über den "Konfirmation Code" währte allerdings nicht lange, denn da stand geschrieben, dass ich mir das Visum in KUWAIT abholen kann. Also auf von QUETTA nach KUWAIT!

Mit einem (müden) Lächeln angesichts der bevorstehenden Strecke,
Mukti & Gani

 

Islamabad, 10.11.2011

Schön langsam wird es Zeit wieder mal ein Lebenszeichen von mir zu geben - und zwar ein sehr vitales! Nach mehreren Wochen intensiven Arbeitens in Rawalpindi und Islamabad bin ich wirklich froh und auch ein wenig stolz, dass ich letzte Woche 2 wichtige Projekte zum Abschluss gebracht habe!  Erstens ist die angekündigte Bemalung von Gani erfolgreich umgesetzt worden!  Gani schaut jetzt sowohl innen als auch außen super aus:-) Zweitens habe ich mit einem sehr guten Web-Designer meine neue Homepage erstellt. Diese neue Website bietet einen guten Überblick über meine letzten Reisen und Projekte und hier könnt ihr auch nachlesen, was ich in letzter Zeit gemacht und erlebt habe und sehen wie Gani nun nach der Bemalung aussieht!

Ich werde gleich mit der erfreulichsten Nachricht beginnen: Am Dienstag, dem 8. November ist Leben in die ersten 4 Klassenzimmer der neuen Schule in Yasin Valley eingekehrt! Das ist allerdings hauptsächlich der Verdienst von Muhammed Karim, dem Hauptverantwortlichen für den Bau der Schule, den lokalen Handwerkern sowie der Dorfgemeinschaft von Hundur, die alle in den letzten 3 Wochen unglaublich aktiv waren. Viele Männer aus dem Dorf haben bei den Abschlussarbeiten mitgeholfen und dadurch die Baukosten niedrig gehalten. Der Tischler hat den Dachstuhl rechtzeitig fertig gestellt und kurz darauf war das Dach aus Metall drauf. Danach hatten die Maurer und Elektriker noch einiges zu tun, um die Räume bezugsfertig zu machen. Bei der Übersiedlung der Volksschüler vom alten Schulgebäude, das nur gemietet war, in die ca. 1 Kilometer entfernte neue Schule, hat das Wetter leider nicht mitgespielt und es hat geschneit im 2500 Meter hoch gelegenen Tal! Im Winter wird es in den Bergen oft bitterkalt - Heizung gibt es allerdings keine in den Schulen! Hier sind einige Fotos vom neuen Schulgebäude und der erfolgreichen Übersiedelung:

https://fotoalbum.web.de/gast/mukti/Schule_in_Pakistan

Nachdem meine österreichischen Begleiter Ende August nach Hause geflogen sind, bin ich mit meinem Freund Muhammed Karim ins Yasin Valley gefahren, um gemeinsam nach dem Ende des Fastenmonats Ramadan einige Feiertage in Hundur zu verbringen. Weil es so gemütlich war, blieben wir gleich 11 Tage lang und saßen abends meist rund um den kleinen Holzofen in Muhammeds Haus, tranken Tee und warteten auf das Essen. Tagsüber verteilte ich Brillen - insgesamt mehr als 150 während meines Aufenthalts. Am 4. September gab es dann etwas Abwechslung durch eine beeindruckende Militärparade zu Ehren des Kriegshelden Lalik Jans, einem Cousin von Muhammed. Lalik Jan Shaheed bekam die höchste militärische Auszeichnung durch seinen heldenhaften Kampf gegen die indische Armee im Juli 1999. Sein Grabmal befindet sich gleich neben Muhammeds Haus. Mehr als Tausend Zuschauer sahen bei der Landung eines Hubschraubers und der anschließenden Kranzniederlegung durch einen Generalmajor der pakistanischen Armee vor dem Grabmal des 1999 gefallenen Lalik Jan zu. Ich durfte leider nicht fotografieren, aber mein Freund Karim Shah hat mit meiner Kamera tolle Bilder gemacht. Tags darauf sind wir bis nach Darkut ans Ende des Tals gefahren, haben Gani bei Verwandten sicher untergestellt und haben dann zu viert einen wunderschönen 2-tägigen Trek auf eine Hochalm unternommen. Dort haben wir - ebenfalls bei Verwandten - in einer Steinhütte geschlafen und tags darauf Brillen verteilt. Auf dieser 3500 Meter hoch gelegenen Sommerweide leben an die 20 Menschen aus Hundur, die für mehr als 1000 Schafe und Ziegen zuständig sind. Für ihre Tätigkeit während der Sommermonate werden sie von den Familien, deren Tiere sie betreuen, in Geld und/oder Naturalien bezahlt. Auf der Alm wird Käse produziert, der im Tal verkauft wird. Insgesamt ist diese Form der Arbeitsteilung für alle Beteiligten vorteilhaft, da so jeder mehr Freiraum und Freizeit hat. Wenn jemand mehr als 50 Schafe oder Ziegen besitzt, gilt er schon fast als reich, da ein Schaf mehr als 100 Euro kostet. Fleisch ist im Vergleich zu Österreich in Pakistan sehr teurer, sodass die Bauern halbwegs gut vom Verkauf ihrer Produkte leben können. Im Yasin Valley sind das vor allem Kartoffel, Marillen und Äpfel - und eben auch Schafe, Ziegen und Kühe.

Bei meinem Zusammensein mit Muhammed, seinen 3 Brüdern, seiner Mutter und seiner Frau Fatima hatte ich den Eindruck, dass ihre Familie mit dem halben Tal verwandt ist! In Pakistan spielt die Familie und die Verwandtschaft eine große Rolle. Darum wird man bei offiziellen Unterlagen auch immer wieder nach dem Namen des Vaters gefragt. Muhammeds Vater ist übrigens in den Bergen vor vielen Jahren tödlich verunglückt, sodass er einige Jahre bei seinem Onkel Gulsambar aufgewachsen ist, der ein Bruder des hochverehrten Lalik Jan ist. Vor unserer gemeinsamen Abreise nach Gilgit haben wir die Mädchenschule besucht, und ich habe den Schülerinnen Bilder aus meiner Heimatgemeinde Schenkenfelden und aus Österreich gezeigt. Ich habe nämlich eine Leinwand dabei und auch einen Miniprojektor (Beamer), der erstaunlich gute Bilder produziert. Die Schülerinnen waren begeistert von den Bildern aus Österreich, und ich hoffe, dass sich durch die Grußbotschaften, die sie mir Ende Juli mitgegeben haben, Beziehungen und Freundschaften zu Kindern in Österreich ergeben werden.

Was ich nach dem Besuch im Yasin Valley erlebt habe und wie und wo das Bemalen von Gani stattgefunden hat, erfahrt ihr in nächsten Newsletter. Hier gibt es einige Fotos aus dem Yasin Valley und dem Norden Pakistans:

https://fotoalbum.web.de/gast/mukti/Nordpakistan_2011

Herzliche Grüße aus dem noch angenehm warmen Islamabad!
Mukti & Gani

Ach ja: Wir beide haben ein neues Logo! Vielleicht ist es euch eh schon aufgefallen auf meiner neuen Homepage:-)

 

Gilgit, 29.8.2011


Vor 3 Tagen haben wir ganz ungeplant viele unserer Freunde aus dem Yasin Tal hier in Gilgit wieder getroffen und haben gemeinsam den Abschied meiner österreichischen Freunde gefeiert. Seit unserem gemeinsamen Trekkingtag hatten wir uns ja 3 Wochen lang nicht mehr gesehen.  Wir hatten einander viel zu erzählen – vor allem von unserer 16-tägigen Trekkingtour im Karakorum und unserem Ausflug ins Land der Hunzas.

Von Yasin aus waren wir bei herrlichem Wetter über den staubigen KKH ins Hunzatal gefahren. Vor 4 Jahren bin ich bis chinesischen Grenze am 4730 Meter hoch gelegenen Khunjerab Pass hochgefahren. Seit letztem Jahr blockiert allerdings ein 25 Kilometer langer See, der durch einen gewaltigen Erdrutsch entstanden ist, den KKH. Mit Gani haben wir uns die 150 Höhenmeter Staub und Geröll hinaufgekämpft, um den künstlichen See zu sehen. Gani hat echt sein Bestes gegeben und gezeigt, was er drauf und drin hat – nämlich beste Allradtechnik aus Österreich! - Dann ging unser wilder Ritt die Geröllhalde wieder hinunter und zurück nach Karimabad, der Hauptstadt der Hunzas. Dort genossen wir die wunderbar entspannte Atmosphäre in dieser fantastischen Gebirgsregion einige Tage lang und fuhren wieder an unserem Lieblingsberg, den 7788 Meter hohen Rakaposhi vorbei, dessen Basislager wir einige Tage vorher besucht hatten.

Um zum Ausgangspunkt unseres Treks zu kommen, mussten wir von Gilgit nach Skardu fahren. Diese 200 Kilometer sind ziemlich abenteuerlich und die schmale Strasse führt durchs wilde und enge Industal. Die Strecke ist allerdings harmlos gegen die Strecke von Skardu nach Askole, dem Ausgangspunkt unseres Karakorum Treks. Am 6. August fuhren wir mit dem Jeep in Skardu los und mussten kurz vor Askole einen Kilometer zu Fuß gehen, da ein landslide die Strecke wieder mal blockiert hat. Auf der anderen Seite erwartete uns ein einziger Jeep, auf dessen kleiner Ladefläche wir 25 Leute und unser Gepäck verstauen mussten! Gott sei Dank ist Susanne mit dem anderen Jeep zurückgefahren, denn der nun folgende Wegabschnitt war der geilste Ritt, den ich je erlebt hatte! Zentimeterweise an den Felsenwänden und am Flussufer entlang: der Fahrer war verdammt gut drauf – gratuliere!

Im 3000 Meter hoch gelegenen Askole übernachteten wir das 1. Mal in unseren von der Agentur bereitgestellten Zelten und lernten dann unser Team kennen. Tags darauf brachen wir bei schönem Wetter mit mehr als 30 Trägern und dem 5-köpfigen Betreuerteam zu unserem 16-tägigen Trek zum K2 Basislager auf.  Unser Koch Ali zauberte wunderbares Essen hervor, unser Gepäck wurde transportiert und unsere Zelte aufgestellt. Also alles bestens! Im 2. Lager in Paju legten wir einen Ruhetag ein und durfte in unserem Messezelt einen ganz besonderen Gast begrüßen: nämlich den Skyrunner Christian Stangl aus OÖ! Der hatte zum 4. Mal kein Glück bei der Besteigung des K2! Und er hatte noch dazu Pech, da das Pferd, das sein Gepäck ins Lager bringen sollte, auf dem schwierigen und steinigen Weg über den Gletscher verunglückt war und sein Gepäck erst einige Tage später angekommen ist!

Der 3. Tag war lang und hart. 9 Stunden Fußmarsch über Stein und Geröll auf dem Baltoro Gletscher waren für alle eine ziemliche Herausforderung! Die nächsten 2 Tage waren leichter und kürzer. Als wir das Concordia Camp erreichten, fing es heftig zu schneien an. Dieses Mal halfen wir unseren Trägern beim Herbeischaffen der Steine für ihre primitiven Unterkünfte, mit denen sie sich vor Schnee und Kälte schützen. Die Träger errichten aus Steinen eine ca. halben Meter hohe Schutzmauer, über die sie eine Plastikplane spannen. Darunter kochen sie ihren Tee, machen ihre Chapatis (Fladenbrote) und verheizen mit ihren Öfen jede Menge Kerosin, damit sie es schön warm haben unter ihrer Plane.

Träger zu sein ist ein harter Job, der zwar für pakistanische Verhältnisse mit ca. 500 bis 700 Rupees pro Tag (ca. 4-6 Euro) gut bezahlt ist, aber auch ziemlich gefährlich ist. Immer wieder kommt es vor, dass Träger bei Flussdurchquerungen und durch Felsstürze und Vermurungen ums Leben kommen. Dafür bekommen ihre Verwandten von der Versicherung 50.000 Rupees bezahlt (nur knapp mehr als 400 Euro!) Bei den Trägern galten wir nun dank unserer Mithilfe als „good members!“ und konnten danach immer voll und ganz auf ihre Hilfe zählen. 

Auf dem Concordia Platz treffen insgesamt 14 Gletscher aufeinander und bei schönem Wetter hat man einen herrlichen Rundblick auf die beeindruckenden Bergriesen ringsum. Der Campground war an diesem Tag ziemlich voll mit einer Vielzahl bunter Zelte. Dazwischen streiften die  meist dick vermummten Zeltbewohner umher, um sich bei Temperaturen um den Nullpunkt warm zu halten. Alle warteten auf  besseres Wetter und auf das erhoffte Erscheinen des Platzherrn, des K2 - auch Cho Giri genannt. Und wieder Erwarten zeigte er sich für kurze Zeit: ein majestätischer Anblick und der Abend war gerettet!

Nach dem köstlichen Abendessen haben wir uns bereits kurz nach 20:00 in unsere dicken Schlafsäcke eingerollt und haben noch mit halbem Ohr dem Singen und Tanzen unserer Träger und unseres Küchenteams zugehört. Das war so ziemlich ihre einzige Form der Unterhaltung während des Treks. Nachts hat es wieder geschneit, und es ist schon ein ganz besonderes Erlebnis, wenn man morgens wach wird, die Zeltplane zurückschlägt und einem der Schnee ins Gesicht fälltJ Dieser Vorgang hat sich dann immerhin eine Woche lang in ähnlicher Form wiederholt! Für Warmduscher ist dieser harte Trek sicher nicht geeignet!

Von Concordia sind wir bis zum 1. Broad Peak Basecamp gegangen. Tags darauf haben wir mit unserem Guide Adbul und 3 Hochträgern das Hochlager für die Besteigung des 6200 m hohen Pastori Peaks gesucht. Das Blöde an dieser Geschichte war nur, dass Abdul keine Ahnung hatte, wo genau der Pastori und das Highcamp zu finden seien, da er noch nie in dieser Gegend gewesen war! Wir haben dann gemeinsam einen brauchbaren Platz gefunden und bei Schneefall unsere Zelte aufgestellt. Um 2:00 wollten wir eigentlich losgehen, aber Abdul stellte sich während des heftigen Schneefalls schlafend. Nachdem wir Abdul als Führer nicht vertrauen konnten und das Wetter seit einigen Tagen sehr unbeständig war, haben wir unsere Bergtour aus Sicherheitsgründen abgebrochen und sind wieder in unser Basislager zurück. Mit Bert bin ich dann zwischen den riesigen Eisblöcken rumgelaufen, um abends gut schlafen zu können.

Am nächsten Tag sind wir 2,5 Stunden zum Basislager des K2 gewandert und haben an einer Gedenkstätte den mehr als 100 Toten gedacht, die an diesem äußerst schwierig zu besteigenden Berg verunglückt sind. Das Basecamp war ganz leer, da alle Teams wegen des schlechten Wetters bereits aufgegeben hatten. Auf dem Rückweg besuchten wir ein iranisches Team, das bereits seit 6 Wochen den Broad Peak bezwingen wollte – ebenfalls erfolglos! Grund zum Lachen gab´s dann aber trotzdem: Beim Anziehen meiner Bergschuhe glaubte ein Iraner, dass ich seine Schuhe anziehen würde! Beim genauen Betrachten der Schuhe stellte sich dann schließlich heraus, dass er genau das gleiche Modell in gleicher Farbe und Größe hat wie ichJ 

Vom iranischen Lager waren es noch ca. 4 Stunden Fußmarsch zum Concordia. Der Weg über die Gletscher ist im Allgemeinen meist einfach zu finden. Steinpyramiden markieren den Weg, den schon viele Expeditionen mit berühmten Bergsteigern vor uns begangen haben. An diesem Nachmittag fing es allerdings zu schneien an und wir waren froh, dass uns unsere Führer den verschlungenen Weg durch die Eisberge vorm Concordia gezeigt haben. Gerhard war nach dem 9-stündigem Marsch ziemlich fertig und bezeichnete unsere Tagesetappe als „Asshole-Trail“. Bert und mir hingegen gefiel diese mystische Wanderung durch die verschneite Eislandschaft äußerst gut! - Ralph war an diesem Tag nicht dabei, da er seinen Durchfall auskurieren musste. Ganz zu Beginn war er immer der Erste gewesen und schon vor den Trägern am Ziel. Wir haben ihn gewarnt, er wollte es aber nicht glauben, dass er bald einen Einbruch haben werde!

Am nächsten Morgen hatten wir zu unserer großen Freude strahlend schönes Wetter, und ich bin vor lauter Fotografieren fast nicht zum Frühstücken gekommenJ Das Wetter hätte schöner nicht sein können: Genau vor uns der K2 (8611m), rechts davon der Broad Peak (8025m), daneben die Gasherbrums und im Süden der oder die faszinierende Choga Lisa. Die Masherbrum Wall war auch klar zu sehen und links vom K2 beeindruckte uns der Marble Peak. Voller Freude und Enthusiasmus brachen wir auf und wanderten inmitten dieser beeindruckenden Bergwelt über einen Gletscher zum Ali Camp. Von dort brachen wir bereits um 1:00 morgens bei Schneefall zum Gondokhoro La Pass auf. Im Licht der Stirnlampen suchten wir uns unseren Weg über verschneite Steine und Gletscherspalten zur Passhöhe. Fixseile gaben vor allem den Trägern in ihren zumeist billigen Plastikschuhen ein wenig Sicherheit. Um 4:30 ereichte unsere nächtliche Karawane den 5500 Meter hohen Pass. Es wurde schon langsam hell, als sich die Träger an den gefährlichen Abstieg machten, der ebenfalls mit Fixseilen gesichert war. Gott bzw. Allah sei Dank ist alles gut gegangen und wir konnten uns dann um 9:00 morgens nach einem ausgiebigen Essen an einem schönen Platz schlafen legen.

Die gefürchtete Überquerung war also geschafft! Jetzt trennten uns nur mehr 2 Tagesmärsche von Hushey, dem Tor zur Zivilisation. Von Hushey fuhren wir dann per Jeep durch ein wunderschönes Tal, das ich bereits 2007 kennengelernt hatte. Den Shyok Fluss folgend erreichten wir Kaphlu und von dort ging es den Indus entlang zurück nach Skardu, wo uns bereits die Susanne erwartete. Wir blieben einige Tage zum Ausspannen im Hotel und genossen die angenehme Wärme und das Zusammensein mit anderen Bergsteigern. Die überschüssigen Kilos waren auch weg, sodass wir ganz entspannt und gelassen nach Gilgit zurückfahren konnten.

So, ich hoffe, dass ich euch mit meiner diesmal etwas lang geratenen Geschichte nicht gelangweilt habe, und ich wünsche euch ähnlich intensive Erlebnisse und Eindrücke, wie wir sie während des Treks gehabt haben sowie viel Freude beim Anschauen der Bilder von diesem grossartigen Trek:

https://fotoalbum.web.de/gast/mukti/Concordia_Trek_2011

Herzliche Grüße aus dem fernen Baltistan!
Mukti und Gani

 

Gilgit, 28.8.2011


Seit 2 Tagen bin ich nun wieder alleine! 5 Wochen lang war ich nun mit meinen bereits Hitze- und Stauberprobten Freunden zusammen, und gemeinsam haben wir viele Abenteuer bestanden. Das letzte gemeinsame Abenteuer war die Fahrt mit meinem guten Gani zum Busbahnhof in Gilgit. Ursprünglich wollten Susanne, Bert, Gerhard und Ralph ja mit dem Flieger nach Islamabad, aber wegen des schlechten Wetters wurde der Flug (wieder einmal!) storniert. Blieb also nur mehr die Alternative mit Bus oder Taxi! Und dann erfuhren wir am Abend vor der Abfahrt zu unserer großen Bestürzung, dass ein Hangrutsch den Karakorum Highway unpassierbar gemacht hat! Dank einer nächtlichen Sonderschicht der pakistanischen Armee war der KKH morgens wieder passierbar und ich hoffe, dass meine Freunde die 20-stündige Reise gut hinter sich gebracht haben!

Am 18. Juli hatte ich meine 5 Begleiter vom Flughafen in Islamabad abgeholt und einen Tag später ging´s nach einer kurzen Stadtbesichtigung Richtung Norden. Unser 1. Abenteuer war ein abgebrochener Ganghebel. Kurz vor Taxila (der ehemaligen Hauptstadt des Gandhara Reiches) wollte ich einen Gang einlegen und hielt zu meiner Verblüffung einen Teil des Ganghebels in meiner Hand! Unser Glück war, dass wir Gani nur 50 Meter bis in die nächste Werkstatt schieben musste. Die Freude über die gelungene spätabendliche Reparatur (10 Euro Reparaturkosten und einige Fotos aus meinem Fotodrucker) war groß und in einem neueröffneten Luxushotel haben wir eine wunderbare Nacht verbracht.

Nach der Besichtigung des interessanten Museums machten wir tags darauf unsere ersten Kilometer auf dem legendären Karakorum Highway, der 1978 von den Chinesen fertig gestellt worden ist. Zuhause hatte ich mir vorgenommen, in Abbattobad, das ja am Anfang des KKH liegt, nach dem Haus von Osama bin Laden zu fragen, der ja einige Monate zuvor dort (angeblich) getötet worden war. Susanne bekam Angst bei diesem Gedanken und einige der Männer hatten auch ein ungutes Gefühl. Ich fragte dann einen jungen Mann nach dem Weg, der uns lächelnd den Weg dort hin erklärte. Wir sind dann doch nicht hingefahren, da das Haus zu abgelegen und die Angst von Susanne zu groß war!

Kurz nach Abbattobad verließen wir den KKH und nahmen eine Abkürzung durch das schöne Kaghan Tal. Und urplötzlich hielt ich wieder den Schalthebel in der Hand! Die Jungs in Taxila hatten einen ganz billigen Metallbolzen verwendet, der den vielen Schaltvorgängen auf den tlw. sehr schlechten Strassen nicht gewachsen war. Danach ging es mehrere Tage im 1. Gang durch die Berge Pakistans, da wir weit und breit keine Bohrmaschine auftreiben konnten, mit der wir den abgebrochenen Bolzen rausbohren konnten, den die Jungs in der Werkstatt voller Freude und mit wuchtigen Schlägen in den Schalthebel geklopft haben.

Unsere Fahrt führte uns dann im 1. Gang auf den Babusar Pass (4100m), den ich 4 Jahre zuvor mit meinen beiden deutschen Freunden Joachim und Theo nicht hatte befahren können, da die Strecke total schlammig war. Vom kühlen Pass ging´s runter ins heiße Chilas und dann weiter bis zur Raikot Bridge, wo wir uns 2 Jeeps genommen haben, um mit ihnen eine atemberaubende Bergstraße hochzufahren. Danach ging´s zu Fuß weiter nach Fairy Meadows, wo wir abends und morgens wunderschöne Ausblicke auf den Nanga Parbat (8126m) hatten.

Kurz vor Gilgit fanden wir endlich eine Werkstatt mit Bohrmaschine! Bert hat als unser „Cheftechniker“ gute Vorarbeit geleistet, sodass wir gemeinsam mit dem Chef der Werkstatt Gani wieder mit einer funktionierenden Schaltung ausstatten konnten. Viel schneller waren wir dadurch allerdings auch, da fast der gesamte Karakorum Highway derzeit ein staubige Rumpelpiste ist. Die chinesischen Baufirmen haben auf ca. 200 Kilometer vor und nach Gilgit den gesamten Asphalt abgetragen. In 2-3 Jahren soll der KKH dann in neuem Glanz erstrahlen – inshallah (so Gott will)!

Wir haben uns dann bei drückender Hitze bis nach Gilgit durchgekämpft, der Hauptstadt der Region Baltistan. Die hintere Schiebetür war wegen der Hitze offen und jedes Mal, wenn ein schnelleres Fahrzeug vorbeidonnerte, musste Ralph die Schiebetür zumachen. Insgesamt haben wir auf dem KKH alle miteinander  sehr viel Staub geschluckt!

Den haben wir dann allerdings bei unseren Gastgebern in Hundur im Yasin Valley, das 140 nordwestlich von Gilgit liegt, ordentlich runtergespült – allerdings nicht mit Alkohol sondern hauptsächlich mit grünem und schwarzen Tee! Am Dienstag, den 26. Juli sind wir in dem wunderschönen Hochtal (ca. 2500 Meter Seehöhe) angekommen und waren als Ehrengäste im Haus des Cousins meines Freundes Muhammad Karim untergebracht. Gulsambar ist der Bruder von Lalik Jan Shaheed, der durch seinen heldenhaften Tod gegen die indische Armee posthum den höchsten Orden Pakistans – den Nishan-e-Haider Award – bekommen hat. Das Märtyrergrab steht direkt neben dem Haus von Gulsambar, der vor einigen Jahren übrigens in Bosnien im Einsatz war und nach 20 Dienstjahren nun seine wohlverdiente Pension genießt!

Mittwochs besuchten wir dann alle den wunderbar gelegenen Platz, wo die neue Schule entsteht. Ich hatte die Ehre in Anwesenheit örtlicher und regionaler Prominenz ein Band zu den in Entstehung begriffenen Klassenzimmern zu durchschneiden. Wir waren beeindruckt, wie Muhammad Karim, der ehemalige Schuldirektor, mit den Spendengeldern aus Österreich (bis jetzt sind über 11.000 Euro an Spenden zusammengekommen) so ein wunderbares Gebäude zustande gebracht hat. Die Fundamente sind aus Stein und die Wände der Klassenzimmer aus Betonziegeln. Bei 4 Klassenzimmern sind bereits die Fenster- und Türstöcke vorhanden. Wenn noch etwas Geld zusammenkommt, werden die 4 Klassenzimmer noch heuer von den Schülerinnen genützt werden können! - Muhammad ist seit kurzem übrigens nicht mehr Schuldirektor sondern „Managing Director“, da er aufgrund seiner zahlreichen Aktivitäten rund um den Schulbau kaum mehr Zeit zum Unterrichten hatte.

Nach dem Schulbesuch wurde uns Obst gereicht und es ging weiter zum sogenannten „Parents Day“. Im bis zum letzten Platz gefüllten großen Saal einer öffentlichen Schule hatte Muhammad mit den Schülerinnen und Schülern seiner Schule ein tolles Programm für uns vorbereitet, das auch bei deren Eltern große Begeisterung hervorrief. Ich übergab dann die Grußbotschaften der Kinder der VS Schenkenfelden an die Schülerinnen der „World Roof School“, die begeistert aufgenommen wurden. Wir wurden dann noch als große Spender und Sponsoren geehrt, und ich bekam als ganz spezielles Gastgeschenk einen über 100 Jahre alten Vorderlader geschenkt. Schaut echt super aus, nur wie ich denn über die Grenze bringen soll, ohne dass ich als vermeintlicher Waffenschmuggler an irgendeiner Grenze verhaftet werde, weiß ich noch nichtJ

Am nächsten Tag wurde es dann Ernst für den 26-jährigen Muhammad und seine 23-jährige Fatima. Die Anspannung war ihnen ins Gesicht geschrieben. (Nun weiß ich wieder mal, warum ich bis jetzt nicht geheiratet habeJ) Wir als Ehrengäste, die wie Einheimische eingekleidet worden waren, genossen die festliche Atmosphäre und wurden wie Familienmitglieder rasch in die große Gemeinschaft aufgenommen. Ich hatte eine ganz spezielle Funktion inne: Ich stand – und stehe immer noch - als usham-tati Muhammad und Fatima sehr nahe. Ich bin so was wie ihr Brautvater. Vom Alter her hat es sowieso gepasst, denn ich bin um 25 Jahre älter als Muhammad und könnte damit locker sein Vater sein. Er hat wie ich seinen Vater viel zu früh verloren, und seine Mutter bekommt derzeit 1000 Rupees (ca. 10 Euro) Pension, da ihr Mann seinerzeit Soldat war und in den Bergen durch einen Steinschlag umgekommen ist.

Morgens fuhren wir in einer langen Kolonne von Muhammads Haus los. Muhammad saß in meinem festlich geschmückten Gani und war ziemlich nervös. Zum Haus der Eltern ging es dann nur noch zu Fuß weiter und dort fanden auch die großen Zeremonien und Feierlichkeiten statt. Ich hatte viel Freude beim Fotografieren und viele wunderbare Gelegenheiten und Motive, da ich endlich auch wieder mal Frauen fotografieren durfte. Gegen Ende der Feierlichkeiten wirkte das Hochzeitspaar schon wesentlich entspannter. Wie sie die Hochzeitnacht verbracht haben, weiß ich leider nichtJ

Am nächsten Tag gab es dann noch einige kleine Feierlichkeiten, bei denen ich als usham-tati natürlich auch dabei sein durfte. Die Hochzeit war für uns alle ein sehr schönes und berührendes Erlebnis. Vor allem die unglaubliche Gastfreundschaft und Freundlichkeit unserer pakistanischen Gastgeber war für uns sehr beeindruckend. Das alles hat das Bild meiner Freunde über Pakistan, das man sich im Westen so über Pakistan macht, ganz gewaltig verändert!

Apropos Bilder: Hier gibt es einige Bilder von der Hochzeit zu sehen sowie Bilder von meiner Fahrt von der iranischen Grenze bis ins Yasin Valley:

https://fotoalbum.web.de/gast/mukti/Hochzeit_im_Hindukusch

Wir haben dann tags darauf einen gemeinsamen Trek zu einem Gletscher gemacht und haben danach schweren Herzens Abschied von unseren Freunden genommen. Wie es danach weitergegangen ist, und ob wir unsere überschüssigen Hochzeitskilos wieder losgeworden sind, erfahrt ihr im nächsten Newsletter, der demnächst erscheinen wird.

Herzliche Grüße aus dem Madina Guesthouse in Gilgit, das wahrscheinlich bald zusperren wird, da es in Pakistan leider immer weniger Backpackers gibt!
Mukti und Gani

 

PS: An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei allen Spenderinnen und Spendern bedanken, durch deren Spenden der Bau der Schule ermöglicht wird –  vielen Dank nochmals!

Wer Interesse an einer Mitgliedschaft im Verein „Bildung für Pakistan“ hat, möge sich bitte bei mir melden. Der jährliche Mitgliedsbeitrag beträgt 50 Euro und wird zur Gänze zum Neubau der Schule und zur Finanzierung des Schulgeldes (2-3 Euro pro Monat) bedürftiger Schülerinnen verwendet.

Weitere Infos über die Schule finden sich auf folgender Homepage:

www.bildung-fuer-pakistan.at

Und hier sind die Daten des Spendenkonto „Bildung für Pakistan“:

Kontonummer: 2.212.215

BLZ: 34277

 

Schenkenfelden, 11.5.2011


Anfang dieses Monats war Pakistan wieder ganz groß  in den internationalen Medien!  Nach der Hochwasserkatastrophe im letzten Sommer war es diesmal der etwas mysteriöse  Tod von Osama Bin Laden. Vor 4 Jahren bin ich übrigens durch die Stadt Abbattobad durchgefahren, in der er mit seiner Familie jahrelang anscheinend recht gut gelebt hat.

In 2 Monaten werde ich nach 2007 und 2008 wieder in Pakistan sein und auf meinem Weg in den Karakorum auch durch Abbattobad fahren. Befreundete Pakistani haben mir versichert, dass wir uns um unsere Sicherheit keine Sorgen machen müssen. "Wir" bezieht sich auf mich,  meinen generalüberholter Ganesha mit stärkerem Motor (1,9TD), den ich letzte Woche aus Ungarn geholt habe, und meine 4 Reisebegleiter, die mit mir 6 Wochen lang den Norden Pakistans bereisen werden. Ich hole sie am 19. Juli am Flughafen in Islamabad ab. Zuerst werden wir den Karakorum Highway bis Gilgithochfahren. Dann besuchen wir die von einer Bürgerinitiative gegründete Schule im Yasin Valley. Diese Schule, die vor allem Mädchen eine höhere Bildung vermittelt, ist bis jetzt von mir und vielen Spenderinnen und Spendern mit 7000 Eurounterstützt worden. Mit einem Teil des Geldes ist ein Grundstück gekauft worden, auf dem eine moderne Schule mit 14 Klassenzimmern gebaut wird. Die Väter der Schülerinnen haben beim Ausheben der Grundfeste fleißig mitgeholfen, und auf dem 2. Foto sind bereits die ersten Steinmauern zu sehen.

  

Um den Bau der Schule zu ermöglichen, habe ich im April mit einigen Freunden den Verein "Bildung für Pakistan"gegründet. Für den Bau einer modernen Schule benötigen  wir ca. 30.000 Euro. Der Verein finanziert den Bau der Schule vor allem durch freiwillige Spenden und durch Mitgliedsbeiträge. Wer Mitglied werden möchte, kann sich von mir gerne die Statuten unseres Vereins schicken lassen. Geplant ist ein jährlicher Mitgliedsbeitrag von 50 Euro.  Mit 30 Euro finanziert jedes Mitglied ganz gezielt eine Schülerin, deren Eltern sich das monatliche Schulgeld von ca. 3 Euro nur schwer leisten können. Der Rest wird für den Bau der Schule verwendet.

Ich würde mich sehr freuen, wenn einige von euch dieses für die Menschen in diesem abgelegenen Gebirgstal so wichtige Bildungsprojekt unterstützen: sei es durch eine Mitgliedschaft oder durch eine Spende (Spendenkonto "Bildung für Pakistan" bei der Raika Schenkenfelden, Kontonummer: 2.212.215, BLZ: 34277). Im Juli werde ich die Spenden dem Direktor persönlich übergeben. Der Direktor freut sich schon sehr auf die Besucher aus Österreich, denn wir werden Ehrengäste bei seiner Hochzeit sein. Muhammad Karim wird seine Fatima heiraten. Das Fest wird 3-4 Tage dauern, und wir werden wie Einheimische eingekleidet werden:-)

Nach der Hochzeit geht es dann weiter entlang des Karakorum Highways bis zur chinesischen Grenze am Khunjerab Pass auf 4733 m. Und danach wartet auf uns 4 Männer das große Abenteuer: der 15-tägige Trek zum Basislager des K2,des zweithöchsten Berges der Erde! - Über unsere gemeinsamen Erlebnisse in der faszinierenden Gebirgswelt des Karakorum werde ich dann in meinen Vorträgen ab November erzählen.

Meine Begleiter fliegen dann nach Hause. Ich werde noch einige kleine Treks im Karakorum und Hindukusch unternehmen und im Oktober nach Indien fahren. Als alter Indienkenner biete ich Ende Oktober eine ganz besondere Reise ab Neu Delhi an. Die 3-wöchige Reise wird uns nach einer Stadtbesichtigung der 15 Millionen Stadt Delhi an die Ufer des Ganges führen: zu den Yogis und Ashrams in Haridwar und Rishikesh. Dann geht´s durch die Vorgebirge des Himalayas weiter zum Sitz des Dalai Lama in Dharamsala und durch den Punjab zum Goldenen Tempel der Sikhs in Amritsar. Vom fruchtbaren Punjab geht es weiter ins farbenprächtige Rajasthan. Höhepunkt im Wüstenstaat Rajasthan wird der Besuch des berühmten Kamelfestes in Pushkar sein. Krönenden Abschluss der Reise bildet dann das wahrscheinlich schönste Denkmal der Liebe: das Taj Mahal in Agra.

Wer mit mir und Ganesha ein faszinierendes Land abseits der ausgetretenen Touristenpfade kennenlernen möchte, soll sich bei mir möglichst bald nach den Details erkundigen, da die Größe der Gruppe auf 5 Personen beschränkt ist. Kosten wird die Reise inkl. Transport in Indien, Unterkunft, Verpflegung und Besichtigungen knapp über 1000 Euro (Flüge nach Indien kosten derzeit um die 550 Euro, das indische Visum kostet 50 Euro).

Bis zu meiner voraussichtlichen Abreise am 6. Juni sind es nur mehr 3 Wochen. Heuer werde ich ca. 5 Monate unterwegs sein und am Sonntag, den 5. Juni vor meiner Abreise ein kleines Abschiedsfest im Garten machen. Wer Zeit und Lust zum Feiern hat: bitte bei mir melden und was zum gemeinsamen Schlemmen mitbringen:-) Brillen braucht ihr mir keine mehr mitnehmen, denn dieses Mal habe ich auch schon wieder an die 500 Brillen und ca. 100 Sonnenbrillen zum Verschenken. Falls jemand einen alten und noch funktionsfähigen Laptop zuhause hat, dann nehmt bitte den für die Schule mit - danke!
 
Für diese Reise habe ich mir wieder was Originelles einfallen lassen: Ich nehme meinen Laptop und einen ganz kleinen Beamer mit und mache abends "Dorfkino", d.h. ich projiziere Fotos auf eine Leinwand, die ich auf dem Bus befestige. So wird meine Fahrt zu einer "Reise der Begegnung", indem ich abends Menschen Bilder von mir und meinem Heimatland zeige! Wenn meine Bilder gut ankommen, schaut hin und wieder sicher ein gutes - und hoffentlich fleischloses! - Abendessen für mich dabei raus:-)

In diesem Sinne wünsche ich allen viele schöne Begegnungen und freue mich schon auf ein Wiedersehen mit einigen von euch bei meinem kleinen Fest - herzliche Grüße aus Schenkenfelden!
Mukti und Gani

 

 

 
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