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Reisen und helfen

Warum reisen Menschen? - Vielleicht um dem Alltag zu entfliehen? Um Abenteuer und Herausforderungen zu suchen? Um etwas zu finden, das ihnen fehlt? Was fehlt denn uns Menschen in den entwickelten Industrienationen des Westens? Was haben wir und was vermissen wir?

In den Augen der meisten Menschen in Ländern wie Indien und Pakistan sind wir Westler unglaublich reich. Und sie haben damit auch recht, denn für indische oder pakistanische Verhältnisse bin ich als Besitzer eines Autos, einer teuren Spiegelreflexkamera, einer Videokamera und eines hochwertigen Laptops sehr reich. Unzählige Jugendliche haben mich auf meinen Reisen durch Asien gebeten, sie in meinem VW Bus nach Europa mitzunehmen. Sie sind unzufrieden mit den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen. Sie wollen raus aus ärmlichen und einengenden Verhältnissen; sie sind auf der Suche nach mehr Freiheit und einer besseren Zukunft.

Sie beneiden mich um meine Möglichkeiten und meine Freiheit. Zusammen mit der Suche nach Abenteuer und Spiritualität ist sie in meinem Fall die treibende Motivation hinter meinen zahlreichen Reisen. Immer wieder verlasse ich meine sichere Komfortzone und wage Schritte ins Unbekannte und Fremde. Im Grunde genommen bin ich dabei immer auf der Suche nach mir selbst. Ich möchte nicht nur fremde Länder und Menschen, sondern vor allem mich selbst besser kennenlernen. Und dazu bietet das Reisen wunderbare Gelegenheiten. Bin ich gut drauf und in meiner Mitte, erschaffe ich in einer erstaunlichen Leichtigkeit positive Realität und ziehe angenehme Menschen und Stuationen in mein Leben. Bin ich nicht gut drauf, passiert das Gegenteil und das Reisen wird anstrengend und die Begegnungen unangenehm.

Inzwischen ist mir das Reisen alleine zu wenig geworden. Ich möchte jetzt nicht mehr bloß durch die Gegend fahren und die Umwelt mit Abgasen belasten. Ich will auch Gutes dabei tun. Ich sehe mich inzwischen immer mehr als Vermittler zwischen Ost und West, der beiden Welten kennt. Mein Wissen beziehe ich nicht aus oft fragwürdigen Medienberichten, sondern aus eigener Anschauung und eigenem Erleben. Es ist Wissen aus erster Hand. Und das Wissen, dass wir Österreicher im Überfluß leben und viele Sachen haben, die andere Menschen dringend brauchen, hat mich 2007 dazu veranlasst, im Mühlviertel alte Brillen zu sammeln und sie im Laufe meiner 16-monatigen Reise an bedürftige Menschen zu verteilen. Auch 2011 habe ich wiederum viele Brillen gesammelt und damit Freude und besseres Sehvermögen geschenkt.

Nun kann ich mit den verteilten Brillen leider nur wenigen armen Menschen helfen. Armut entsteht aber vorwiegend aus ungerechten Gesellschaftsverhältnissen und Unwissenheit. Um Armut von der Wurzel her zu bekämpfen, bedarf es eines gutes Bildungssystems. Bildung ist eine wichtige Voraussetzung für gesellschaftliche Veränderungen, um dadurch Menschen bereits im Diesseits ein besseres Leben zu ermöglichen und Chancen auf eine positive Zukunft zu vermitteln. Deshalb unterstütze ich seit 2010 eine Schule in einem abgelegenen Hochtal im Norden Pakistans, die Mädchen höhere Schulbildung vermittelt. Zur Finanzierung eines neuen und modernen Schulgebäudes habe ich den Verein "Bildung für Pakistan" gegründet. Bei meinem Besuch im Juli 2011 waren 3 Vorstandsmitglieder bei der feierlichen Eröffnung des 1. Bauabschnittes dabei, die nach der Begegnung mit den sehr gastfreundlichen Einheimischen ein äußerst positives Bild von Pakistan mit nach Hause genommen haben.

Und genau darum geht es ja beim Reisen: um Begegnung und Austausch. In meinen Diavorträgen gebe ich meine Erfahrungen und Erlebnisse weiter, die ich vor Ort gemacht habe. Und es macht mir große Freude, wenn es mir gelingt, mit meinen Bilder und Geschichten den Zuschauerinnen und Zuschauern zu vermitteln, dass das Leben trotz aller Probleme und Herausforderungen schön und lebenswert ist. Mein treuer Begleiter Ganesha, den ich 2011 in Pakistan kunstvoll bemalen und dekorieren habe lassen, hilft mir diese Botschaft auf bunte Weise zu vermitteln: als Symbiose von westlichem Design und pakistanischer Truck Art (kunstvoll bunt bemalte Lastwägen). "East meets West" könnte man sagen ...

 
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