Wie reise ich?
Meine Art des Reisens hat sich über die Jahre hinweg allmählich verändert. Während ich auf meinen ersten Reisen immer mit dem Rucksack unterwegs war und im Schlafsack in der freien Natur oder auf Bahnhöfen geschlafen habe, hat sich mit zunehmendem Alter immer mehr das Bedürfnis nach einem gewissen Komfort breit gemacht. Meine erste Reise hat mich übrigens mit 17 oder 18 Jahren mit einem Freund nach Holland zum North Sea Jazzfestival nach Den Haag geführt, wo ich mit Freunden im nahegelegenen Park geschlafen habe. Auch auf meinen weiteren Reise war ich immer mit mit Rucksack und Schlafsack unterwegs – zumeist mit dem Zug, mit öffentlichen Bussen und per Autostopp. Das war vor allem in Ländern wie Indien sehr anstrengend und unbequem, wenn man sich in einen überfüllten Bus quetschen musste, der in den Bergen oft quälend langsam unterwegs war. Diese und ähnliche Erfahrungen machte ich im Rahmen meiner 15-monatigen Weltreise von April 1986 bis Juli 1987, die mich – hauptsächlich im Flugzeug – über Indien, Singapur, Malaysia, Thailand und Indonesien nach Australien, Neuseeland und Tahiti in die USA und wieder zurück ins heimatliche Mühlviertel geführt hat. Allerdings hat man in Bussen und Zügen viel leichter Kontakt mit den Einheimischen, um auf diese Weise Land und Leute besser kennenzulernen.
Bequemer und „lustiger“ ist natürlich das Reisen mit dem eigenen Auto. Meine erste Autoreise durch Frankreich und Spanien habe ich in einem Citroen unternommen, einer blauen Dyane 6 mit „Fetzndachl“. Für meine Überlandreise entlang der Seidenstraße nach Indien habe ich dann 2006 einen weißen VW Bus gesucht und auch gefunden. Es ist ein T3 (Transporter 3) Syncro, Bj. 92, mit Allradantrieb, einer Sperre und 2 Schiebetüren (ehemaliges Bäckerauto im Mühlviertel), der auf den Namen Ganesha hört, benannt nach dem indischen Gott mit dem Elefantenkopf. Von mir und vielen anderen wird er allerdings liebevoll Gani genannt.
Mit dem JX Turbodiesel Motor mit 51 KW (70 PS) ist der 1700kg schwere Syncro leider ziemlich untermotorisiert. Aber was soll´s – beim Reisen sollte man es ja eh nicht eilig haben. Für meine Indienreise habe ich mir vorsichtshalbereinen speziellen Ölkühler einbauen lassen, damit die Öltemperatur in den heißen Gegenden nicht allzu sehr ansteigt. Und bei dieser Gelegenheit habe ich mir in Konya/Türkei neue Sitzbezüge aus Original VW Stoffmaterial anfertigen lassen, da Gani zuvor nur sehr unbequeme Plastikbezüge hatte. Geschlafen habe ich die meiste Zeit im Bus auf meiner umlegbaren Schlafbank, was zum einen natürlich billiger kommt und zum anderen die oft mühsame Suche nach einem Hotel oder Guesthouse erspart. Eine stabile große Holzkiste dient zum sicheren Verstauen von Gegenständen und eine Dachluke zur Belüftung. Vor meiner Abreise hatte ich mir einen großer Gepäckträger besorgt, der mir gute Dienste erwiesen hat.
Ich habe meinen Gani mit 178500 Kilometern in Linz gekauft und im Rahmen meiner Indienreise beachtliche 57500 Kilometer zurückgelegt. Bei einem entschleunigten Reisetempo von ca. 80 km/h hatte ich einen Durchschnittsverbrauch von 9,5 l Diesel auf 100 Kilometer. Und da ich mich zumeist brav an die Verkehrsregeln gehalten habe, was in Indien ja relativ leicht ist, weil es kaum welche gibt, habe ich auch nie einen Strafzettel bekommen.
2011 bin ich zu einer 5-monatigen Pakistanreise aufgebrochen und habe mir davor einen etwas stärkeren AAZ Motor mit 1900 ccm einbauen lassen. Dieser Motor leistet zwar nur 5 PS mehr, hat aber aufgrund des größeren Hubraums ein wesentlich besseres Drehmoment. Diese Leistungssteigerung ist mir vor allem am Karakorum Highway im Norden Pakistans zugute gekommen. Dort hat mir und meinen 5 per Flugzeug aus Österreich angereisten Freunden allerdings eine Klimaanlage gefehlt, da diese Strecke damals aufgrund von langwierigen Bauarbeiten sehr heiß und staubig war. Der Besuch einer von mir erbauten Schule im Yasin Valley und ein längerer Aufenthalt bei guten Freunden hat uns dafür allerdings reichlich entschädigt …
Allerdings bin ich mit Gani nicht nur Richtung Osten gefahren. 2015 sind wir gemeinsam mit meiner Freundin Zdenka in den Hohen Norden aufgebrochen. Aufgrund einer defekten Kupplung wurde die Fahrt kurz vorm Nordkap allerdings zu einem wahren Abenteuer, das wir aber schlussendlich gut bewältigt haben. – Den Winter verbringt Gani seit vielen Jahren gut geschützt in einer Garage, freut sich dort auf den Frühling und auf weitere gemeinsame Abenteuer. Schade, dass es das großartige Globetrotterrodeo mit Tausenden reisefreudigen Teilnehmern am steirischen Erzberg nicht mehr gibt, wo es spannende Reisevorträge zu sehen gab und Gani im schwierigen Gelände seine tolle Geländegängigkeit zur Schau stellen konnte …
Meinen 60iger habe ich dann 2020 mit meiner Freundin Zdenka in Myanmar verbracht. Da war natürlich im Gegensatz zu meinen Reisen in Pakistan und Zentralasien (2012, 2014, 2018) etwas mehr Komfort gefragt, da Frauen meiner Erfahrung nach doch mehr Wert auf Komfort und Sauberkeit legen als Männer. Und auf meiner Reise Anfang 2025 durch Indien, Kambodscha, Laos und Thailand habe ich auch Wert auf gute Hotels mit Klimaanlage – meist im Preissegment zwischen 20 und 30 Dollar – gelegt, da es in Südostasien zumeist über 35 Grad hatte. Für diese Annehmlichkeit gebe ich gerne ein paar Dollar mehr aus …
Mit welcher Kamera fotografiere ich?
Seit Dezember 2023 bin ich nun erstmals Besitzer einer spiegellosen Vollformatkamera: nämlich einer Sony Alpha 7 iii, die ich mir im Set mit einem Sony 24-105mm f4 gekauft habe. Auf meine Asienreise Anfang 2025 habe ich dann noch ein Sony 16-35mm f4, ein Zeiss 55mm f1.8 sowie ein Tamron 70-180mm f2.8 in meinen neuen Fotorucksack gepackt. Mit dabei hatte ich neben diversen Filtern und anderem nützlichen Zubehör auch noch ein Carbonstativ, sodass mein Rucksack über 9 kg wog. Auf meine nächste Reise werde ich wahrscheinlich etwas weniger Fotoausrüstung mitnehmen – bin ja auch nicht mehr der Jüngste …
Bis dahin habe ich mit einer Nikon D7000 fotografiert, die ich mir für meine 5-monatige Pakistanreise im Sommer 2011 zugelegt habe. Beim Objektivkauf habe ich mich für ein Nikon 16-85mm und ein Nikon 70-300mm entschieden. Ich war mit beiden Objektiven sehr zufrieden und habe mir später dann noch ein Nikon 35mm, ein Nikon 50mm und ein Sigma 10-20mm Ultraweitwinkel zugelegt.
Für meine 16-monatige Indienreise 2007/08 habe ich ich eine Nikon D80 und ein Nikon 18-135mm gekauft. In New Delhi habe ich mir dann ein Sigma 18-200mm gakauft, da mein Nikon-Objektiv nach einem Sturz kaputt gegangen ist. Meine treue D80 hat dann in Persepolis/Iran leider nach 81000 Auslösungen ihren Geist aufgegeben, was soviel heißt, dass der Spiegelmechanismus aufgrund der vieler Auslösungen kaputt gegangen ist. Eine provisorische Reparatur in Shiraz erweckte sie leider nur für ein paar Tage zum Leben, sodass ich die letzten 4000 Kilometer meiner Heimreise ohne Kamera unterwegs gewesen bin.
Seit 2016 fotografiere ich auch viel mit dem Handy, da sich die Bildqualität dieser kleinen Wunderdinger in den letzten Jahren erstaunlich verbessert hat. Mit meinem LG G4 war ich sehr zufrieden, da es sehr farbtreue Bilder machte. Danach kaufte ich mir ein von zahlreichen Testberichten hochgelobtes Huawei P20 Pro, mit dessen Bildqualität ich nicht besonders zufrieden war, bevor ich 2020 auf ein Samsung Galaxy S20+ umgestiegen bin, mit dem ich wiederum sehr zufrieden war. Und im Frühling 2024 bin ich auf ein Google Pixel 7 Pro umgestiegen, von dessen Bildqualität und 5-fach optischen Zoom ich echt begeistert bin. Mit etwas Nachbearbeitung (dazu verwende ich Adobe Lightroom) kommen da wirklich gute Bilder raus, die man in vielen Fällen auf den ersten Blick nicht von einer Spiegelreflex- oder Systemkamera unterscheiden kann.
Auf meine ersten Reisen habe ich übrigens eine (billige) Agfamatic mitgenommen. 1981 oder 1982 habe ich mir meine erste Spiegelreflexkamera gekauft – eine Minolta X-GM, die mir leider 1982 in der Camargue aus dem Auto gestohlen worden ist. Kurz danach kaufte ich mir eine Pentax 110 auto, die kleinste Spiegelreflexkamera die Welt im Set mit mehreren lichtstarken Wechselobjektiven. Allerdings war mir das Fotografieren im 110 Pocketformat auf Dauer zu teuer, sodass ich mir 1984 eine Nikon FE2 gekauft habe, die mich auf meiner 15-monatigen Weltreise von April 1986 bis Juli 1987 begleitet hat. Damals musste ich noch eine ganze Menge an Diafilmen mitschleppen und sehr sparsam damit umgehen.
Ein paar Jahre später kaufte ich mir dann eine Minolta 7000, die bereits über einen recht guten Autofokus verfügte. Damit wurde das Scharfstellen um vieles leichter. Eine Sony DSC-W1 war dann 2005 meine erste Digitalkamera, auf die 2009 die Canon PowerShot G10 folgte.
Sprache und Kommunikation:
Ein altes Sprichwort sagt: „Mit dem Hut in der Hand kommst du durch das ganze Land“. Was soviel heißt, als dass man mit Freundlichkeit, Offenheit und Respekt (fast) überall willkommen ist. Gutes Englisch macht das Reisen natürlich etwas leichter, denn Menschen aus der Oberschicht im Iran, Pakistan, Indien und Nepal sprechen durchwegs gutes Englisch. Und ein paar Brocken Arabisch, ein freundliches Lächeln, kräftiges Händeschütteln und die Bereitschaft spontan Einladungen anzunehmen machen das Reisen vor allem in den muslimischen Ländern zu einem wahren Erlebnis …
Geld und Zahlungsmittel:
Im Gegensatz zu meiner 15-monatigen Weltreise in den Jahren 1986/87, bei der ich noch viele Reiseschecks (Traveller´s cheques) mitnehmen musste, kann man heutzutage mit einer normalen Bankomatkarte in vielen Ländern Bargeld an den Automaten beheben. Für manche Länder ist allerdings die Mitnahme einer Kreditkarte wie z. B. Visa sehr empfehlenswert. Und es gibt auch einige wenige Länder wie z. B. Den Iran, wo man aufgrund diverser Sanktionen nur mit Bargeld bezahlen kann. Und für abgelegene Regionen und längere Trekkingtouren muss man sowieso immer genug Bargeld mitnehmen, da es dort keine Banken oder Wechselstuben gibt.
Im Iran muss man unbedingt genügend Bargeld bei sich haben, da wegen der weltweiten wirtschaftlichen Sanktionen gegen den Iran keine Kreditkarten akzeptiert werden können. Der Euro ist in allen Ländern ein willkommenes Zahlungsmittel. Nur in den zentralasiatischen Ländern wie Turkmenistan und Usbekistan sind Dollars wichtiger als Euros.

